bittemito

Monat: Oktober, 2013

Adieu

Dereinst stahl mir der Adieu-Mann bei einem einzigen Treffen einen Bruchteil meines Herzens und verschwand mit dieser reichen Beute. Etwa nach Jahresfrist stand er unverhofft wieder vor mir, doch ich erkannte ihn anfänglich nicht. In unzählige Schichten Kleidung gewandet, verbarg er, was von seinem Körper übrig geblieben war, was diese verfluchte Krankheit von ihm über gelassen hatte. Seine wunderschöne Tätowierung, die Hals und Nacken umschlang, wirkte nun fragil, wie auf Pergament gezeichnet. Erst in meinen Armen minderte sich seine Anspannung und ein verlorenes Jahr löste sich in tausend Worten auf. Wild schlug mein vernarbtes Herz im Rhythmus seiner Worte und stand kurz still, als er seinen Monolog mit einem erneuten Adieu beschloß.

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Lachen mit Herrn Boning

Und erneut verweise ich auf das lachgeschichtenreiche Büchlein des Herrn Boning : „Butter, Brot und Läusespray“. Bitte den nächstliegenden Buchdealer aufsuchen und käuflich erwerben. Einer Verlinkung zu dem Großdealer mit A verweigere ich mich kategorisch. Und dieses Schmuckstück habe ich heute aus meiner Zettelbox gefischt:

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Pitza fetzt. Und Puding auch eigentlich, so man ihn verträgt. Beim dritten Wort habe ich einen Verdacht, der mich ziemlich schaudern läßt…

Ein Dutzend Klafter Sommerglück

Die ersten Schnitte noch zögerlich, wurden die Bewegungen stetig geschmeidiger. In immer sichereren Halbkreisen brachte ich Gras und Kraut dazu, sich formvollendet vor mir zu verneigen. Die Sense, perfekt auf mich eingestellt, schien bald von allein den Schnitt zu führen. Manchmal scherzten Spaziergänger über den Zaun: „Schnittermaid, bleib‘ nur auf deiner Pacht!“. Die folgenden Tage verhalfen Sommersonne, Windhauch und Muskelkraft zur Vollendung meines Sommerglückes. Ein Dutzend Klafter duftendes Wiesenheu.

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Regensonntag

Anfangs noch gesenkten Hauptes eilte ich kurzschrittig über die regengrauen Felder. Langsam entrissen mir die heftigen Windböen meine Anspannung, meine Atemzüge wurden tiefer und der Blick hob sich allmählich von unten gen Horizont. Da gelangten sie in mein Blickfeld, zwei knallbunte Lachgesichter mit Flatterbändern, die übermütig in alle Richtungen winkten. Als müßten sie der grautrüben Himmelskulisse Paroli bieten. Mein den Schnüren folgender Blick verfing sich schlußendlich in lachenden Kindsgesichtern. Unverdrossen trotzten die zwei Drachensteigknaben Sturm und Regengefissel. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich da stand und dem kindlichen Rumgekalbe zusah, aber ich fühlte mein inneres Gör‘ mithüpfen.

Na memória

Lou Reed
R.I.P.

Die Ente bleibt draußen!

Als ich gestern gen Abend nach einem erquicklichen Bad die Wanne reinigen wollte, wurde durch ein harsches „Ach!“ diese Tätigkeit unterbunden. Auf Nachfrage stellte der sich mir unbekannte Herr vor und behauptete, bereits die ganze Zeit mit in der Wanne gewesen zu sein. Auch wäre er aus dem Wetttauchen als Sieger hervor gegangen. Außerdem empfand er meine angebliche Quietscheentchenallergie als völlig überzogen. Erst mein Angebot, ihn zu porträtieren konnte seinen Unmut dämpfen. Natürlich mußte er noch die Lichtverhältnisse bemängeln. Anstrengend, so ein Bad mit Dr. Klöbner.

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Lachen mit Herrn Boning

Gestern fand ich einen Zettel, der mich erst losprusten ließ und dann doch sehr nachdenklich machte. Die Zutaten könnten auch auf meinem eigenen Zettel stehen, wenn ich denn einen schreiben würde. Gute Grundnahrungsmittel. Kein Fertigfraß oder Convenience Food. (Ja, ja, manchmal geht’s nicht ohne, ich weiß.) Aber beim seligen Gutenberg, wie kommt solch‘ eine Schreibweise zustande? Und je mehr ich darüber nachdenke, um so bedrückender finde ich es.

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Da die Rubrik aber Lachen mit Herrn Boning und nicht Grübeln mit Herrn Boning heißt, setze ich noch einen drauf.

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Da hat wohl jemand ein Rezept nachkochen wollen. Hihi, ein TL Baileys (wird das so geschrieben, ich trink das nicht?) und die phänomenalen grünen Pfefferkörner gab’s dann hoffentlich woanders. Nur das schräge P-Wort, das kann ich nicht entschlüsseln.

Sommerseufzer

Das Bundesministerim für Gesundheit warnt vor gesundheitlichen Einschränkungen durch hohe Temperaturen und erhöhte Ozonwerte. Körperliche Betätigung im Freien oder sportliche Belastungen sind zu vermeiden, bei Nichtbeachtung drohen Kreislaufkollaps und Hitzschlag.

Das Eis klirrte leise im perlenden Rieslingschorle, die Sonne blitzte nur ab und zu durch das dichte Blätterdach über unseren Köpfen. Träge lauschten wir der Musik von The Cinematic Orchestra, tauschten kaum Worte, genossen Seite an Seite das Nichtstun an einem der heißesten Tage des Jahres. Du nahmst deine Hand von meinem Bein und in meinem Seufzen schwangen gleichzeitig Verlust und Erleichterung. Dein darauf folgender Blick ließ mich leise aufstöhnen. Deine Hand, jetzt eiswürfelbewaffnet, lag plötzlich wieder auf meinem Bein und wanderte zielgerichtet unter meinem Kleid. Und in mein Seufzen hinein sagtest du : „Komm, laß uns gemeinsam kollabieren.“

Schöner schimpfen mit Frau Knobloch

Heute:

Meine derzeitige Lieblingsverweisung:

Vai pentear macacos!

Vai pentear macacos!

VAI PENTEAR MACACOS!

Herrlich das dusselige Gesicht des derartig beschimpften Gegenübers. Wenn Sie sich nicht trauen, laut zu schimpfen, brabbeln Sie es halt mit verächtlichen Unterton vor sich hin. Ich pflege dabei billyidolmäßig einen Mundwinkel zu heben. Probieren Sie’s doch ruhig mal aus. Viel Spaß!

Vai pentear macacos.

Ach so, was Sie Ihrem Nervtöter da entgegenschleudern:

GEH AFFEN KÄMMEN!

Sammelsuchtsonntag

Herrlich, seinen Süchten manchmal nachzugeben. Herbstzeit ist meine Sammelzeit. Ich suche und horte und häufe Schätze an. Im Morgentau hin zum Nußbaum am Ende des Weges. Im würzigen Raschellaub nach hellbraunen Kostbarkeiten wühlen. Die Lieblingsnachbarin kriegt heimlich ab vom gefundenen Schatz.

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Nachmittäglich zog es mich waldwärts, hoch den Berg hinauf. Und im Unterholz, bei den Wildschweinsuhlen, bin ich fündig geworden. Waldschätze in dunkelbraun.

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