bittemito

Monat: November, 2013

Verwegene Verse IV

Ich liebte einen Urologen aus Köthen,

der brachte mich oft zum Erröten.

Obgleich er im Bette wirklich famos,

wurde ich ihn ganz schnell los.

Es war stets die immer gleiche Leier,

er bestand nur auf streichelzarte Eier.

Ich glaube, er verschwieg mir ein L

ich verließ ihn ganz schnell,

denn Herren aus Klöthen

bringen Frolleins in Nöten.

Mittschwarznächtig

Und wieder ungespornt durch die Nacht gebraust. Mittschwarznächtig erschien sie mir heute, längst nicht so allmächtig. Dem Tagwerk entgegen preschend, flog ich erneut auf das Rotlicht zu. Ich hätte mich wieder gemessen, gewappnet war ich, doch auf einmal blinzelte mich schüchtern ein Grünauge an. Im Vorbeifliegen warf ich dem Ampelgesellen lachend eine Kußhand zu.

Pardon

Gerumpelkrachrumspolterknallgeröllkieselgeknattergepumpel!

Pardon, ich möchte um Nachsicht bitten für das exorbinatöse Getöse am heutigen Spätvormittag. Das war nur der gigantöse Wackerstein, der mir innerherzig hernieden krachte. Uff…

Wenn das innere Gör‘ berserkern will

Als hätte ich Eminem je lieben können! Doch tobt das innere Gör‘ zu dieser Musik. Und merda, mein Fuß wippt jedesmal mit.

Achja, wer’s noch nicht wußte:

Phuckphönixe  fetzen!

Und Verzeihung, aber derlei Gelärme brauche ich jetzt als Motivation zur Tagwerkvollendung.  Wenn nur noch der Takt gegeben ist.

Schwarznächtig

Ich brach auf in eine schwarzschwarze Nacht. Fast mußte ich den Weg mir ertasten. Kein Mondbruder, hoflos oder nicht, der den Weg mir wies. Kein Zivilisationslicht, nichts. So ein tiefes Schwarz habe ich selten gesehen. Endlich im Auto. Die Scheinwerfer meines Bullys brachen durch die steigende Beklemmung. Schnell, schnell durch diese abyssalische Nacht. Da unten, gerade vor mir, schimmern dann die diffusen Lichter der Stadt. Ein Rotlicht zeichnet sich ab. Näher presche ich. Rase auf die Kreuzung zu, an der mir das Rotlicht Einhalt gebieten will. Mir, die ich einsamer nicht sein könnte in diesem Moment der schwarzschwarzen Nacht. Ich habe das Rotlicht schlichtweg überfahren und von Herzen verlacht.

Verwegene Verse III

Ich liebte einst einen Mann mit Hut.

Das ging auf die Dauer gar nicht gut.

Ob von vorne, hinten oder seitlich,

er machte mich balde unleidlich.

Statt ordentlich mich zu beglücken,

mußt‘ er nach dem Hut stets sich bücken.

Wie gern ich auch Hüte erblicke,

bleibt mir fern mit eurem…

Ungeschicke.

Ich harre aus

Ich gebe es ja zu, Herr Abrunhosa hat deutlich einen Hang zur Affektivität. Gute Güte, diese alberne Sonnenbrille immer! Aber wie er stimmtropfig verspricht, auszuharren, bei mir zu bleiben, das ist Champagner für den Gehörgang. Oder Höschenzubodengleitenlassendmusik, wie Herr Irving sagen würde. Herrje…

Wenn

Wenn ich eines Tages in deinen Augen wäre, mich spiegelnd wiederfindend in absinthfeegrün, enzianblau, maronenbraun oder brikettschwarz; was weiß denn ich. Wenn ich Lebensmuster sachte mit flatternden Fingerspitzen nachzeichnete und Kummer dadurch ablöste. Wenn ich verirrte Ahngedanken lenken und diffuse Angst weglachen würde. Wenn du mir eines Tages deine Decke bötest, und der Fledermaus Flügelschlag sachte mich nur streifte. Wenn der Verschlankthalbmond endlich eine Antwort wüßte. Wenn ich eines Tages in deinen Augen wäre.

Se eu fosse um dia o teu olhar

Verwegene Verse II

Neulich hat mich ein Mus‘ geküßt.

Ach, wie lange ich dieses vermißt.

Die Küsserei ward wild und wilder,

frivoler wurden bald die Bilder,

die er in meinem Kopfe schuf,

der inneren Göre zum Behuf.

Das Gör‘ sich vor Vergnügen wand.

Was dann passierte?

Ist wohl bekannt!