Schwarznächtig

von Käthe Knobloch

Ich brach auf in eine schwarzschwarze Nacht. Fast mußte ich den Weg mir ertasten. Kein Mondbruder, hoflos oder nicht, der den Weg mir wies. Kein Zivilisationslicht, nichts. So ein tiefes Schwarz habe ich selten gesehen. Endlich im Auto. Die Scheinwerfer meines Bullys brachen durch die steigende Beklemmung. Schnell, schnell durch diese abyssalische Nacht. Da unten, gerade vor mir, schimmern dann die diffusen Lichter der Stadt. Ein Rotlicht zeichnet sich ab. Näher presche ich. Rase auf die Kreuzung zu, an der mir das Rotlicht Einhalt gebieten will. Mir, die ich einsamer nicht sein könnte in diesem Moment der schwarzschwarzen Nacht. Ich habe das Rotlicht schlichtweg überfahren und von Herzen verlacht.