Als hätte ich je von Marie-Antoinette geträumt

von kaetheknobloch

Müdäugig blinzelst du in die Nacht. Das Gedankengewimmel, ein unlösbares Knäuel. Athenaische Geschöpfe sprengen deinen Kopf. Alles was deine tastenden Sinne anregt, erregt sogar, geht unter im Maelstrom dieser Gedankenflut. Das Sirren, so erschreckend laut, es ist doch nur die Wärmequelle, so altertümlich noch mit ihren gebogenen Rippen. Nach dem Hauskleide tastend, wünscht du dir eine Zofe, die mit Gedanken du lenken könntest. Seufzend erhebst du dich und tappst durch’s Haus hin zum Sirren. Drehst den tausendtrauten Riffelknecht nach rechts bis das Geräusch verstummt. Nur um dich die Stille, die keine ist, nachhorchen zu lassen. Die Kühle der Fliesen erobert langsam deine nackten Füße. Der Maelstrom der ungelösten Fragen in deinem Kopfe droht dich hinunterzuziehen. Bis der Kühlschrank die erlösende Antwort gibt. Er raunt von Wohlstand und Geborgenheit, Sicherheit, die so selbstverständlich geworden ist. Das mußt du unbedingt in deiner Kladde notieren, sonst glaubst du später selber nicht, das der Kühlschrank vermochte, das Gedankengewimmel zu entwirren. Du setzt dich neben deinen freundlich weitermurmelnden Küchenphilosphen um aufzuschreiben, was dich heute dunkelstundig umtrieb und der erste Satz, den du notierst, ist: “ Heute kaufe ich mir Kuchen!“

Diesen Text widme ich einem anderen Schlaflosen .

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