Man bleibt wohl ewig Kind

von kaetheknobloch

In Muttern’s Küche ist alles noch so, wie ich es schon längst götzenbildartig in mir trage. Der Kaffeeknecht faucht und ächzt ob seiner morgenstundigen Fron. In den papiernen Kaffeefilter, zweimal kantiggeknickt versteht sich, hat Frau Mama zum frisch gemahlenen Braunduftendanregendspulver wie stets eine Prise Salz und eine Messerspitze Zucker getan. Auf dem Blankholztisch, das Tafeltuch wartet noch auf den großen Auftritt; steht immer ein Teller mit Gebäck. Zum vollendeten Kaffeegenuß gehöre nunmal eine Kleinigkeit gereicht, zur Schonung des Magens. Und wenn der Kaffeeknecht mit einem finalen deutlichen Seufzen die Vollendung seines Werkes verkündet, wird der beste Kaffee der Welt in zartem Porzellan gereicht, flankiert von Untertasse und Löffel. Selbstverständlich auch bei dem, der Zucker und Kännchenmilch schon ewig verschmäht. Vielleicht dann doch ein Blätterteigteilchen dazu? Und nun, Kind, erzähl…

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