bittemito

Käthe Knobloch. Bitte mit O. Erst ein Ä und dann zwei O.

Monat: Januar, 2014

Grüngrüße

Der fabulöse Ben Grünfarbenfröhlich sandte erhoffte Schmunzelgrüße gen dem vermißten Fräulein Grün und erlaubte mir, diese fabelhafte Idee zu liebstehlen.

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So sende auch ich Herzensgrüße und wünsche, daß es Dir wohl ergehe auf Deinen Pfaden, mögen sie noch so verschlungen sein. Wie ich Dir schon schrub, wenn ich bei Dir lese, höre ich Birdy singen. Und wenn ich Birdy singen höre, huscht mir stets ein Gedanke an Dich durch den Sinn.

Alles Gute.

Wunderwortgeschenke

Sie schweben auf dich herab, sanft, zartsilbig und warminnigst. Wie Goldmariechen läßt du dich ungläubig staunend von ihnen einhüllen. Sie erreichen dich augenküssend und du gehst ihnen nach, diesen Wunderworten und spürst ihre ehrliche Zugetanheit und kämpfst mit dem Augenwasser in dir. Es sind dir fremde Finger, die solcherlei Wortwunderwerke in dir ferne Tastaturen tropfen ließen und doch meinst du, warme Fingerkuppen sanft auf deiner Haut zu spüren. Wenn du bisher nicht an die Macht der Buchstaben geglaubt hast, jetzt tust du es. Mit ganzer Seele. Und gibst gerne von diesem Reichtum ab.

Dankefein, Madame Contraire.

Dankefein, Lebensliebenlernerin.

Ich sende Rosen an die Damen.

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Siebenmeilenstiefeltage

Sie erfordern viel Kraft und doch sind sie mir die liebsten, diese Flinkfußtage. Noch vor Morgengrauen erscheint der Berg unerklimmbar, die Wegstrecke in diesen paar Stunden unmöglich zu absolvieren. Dann hilft nur eines: Los und laufe und eile dich. Spute dich, deine heutigen Ziele zu erreichen. Raste kurz, bevor du meinst, daß deine Kräfte dich vollends verlassen und dann aber weiterweiterweiter. Und schneller als du es zu hoffen wagtest, stehst du auf dem des Morgens noch so erschröcklich scheinenden Bergesgipfel. Wehen Fußes streifst du die Siebenmeilenstiefel ab und seufzst zufrieden: Ja, das war mein Tag.

Verwegene Verse XI

Mich kontaktierte mal ein Herr aus Hinterzarten,

der konnte eine Begegnung  kaum erwarten.

 Hinweisend auf seine Famosrückseitenbacken,

angeblich konnte er Nüsse damit knacken;

weckte er meine Lust auf Schönhintrigkeit

und schnell war ich zu einem Treffen bereit.

Die Herkunft des Herren ließ mich zart erbeben,

doch ich sollte kein Po-etisches Wunder erleben.

Die Affäre mit ihm war eine von den kurzen Geschichten,

denn er hielt sein Herkunftsversprechen mitnichten.

Ich wollte nur zarthintrige Sinnlichkeit,

doch das ging diesem Herren schon zu weit.

Die Zeit die wir hatten war keine famose,

der Herr hatte gar keinen Arsch in der Hose.

Schneeschnappschießerey

Mit knirschendem Schritt, weit offenem Sinn und frischem Schneegeschmack, -duft und -augentrost ergab ich mich meiner Winterlust. Keck begrüßten mich die Affolterfrüchtchen. Weiß bemützt. So winterrotrosig wie sie strahlten wohl auch meine Wangen. Nur hutwärts trug ich eine andere Farbe.

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So löse ich denn auch eine Bringschuld und bittefein, Frau Stefanini , hier das vor Jahresfrist versprochene Bild vom ganzen Affolter. Das Lillifeebaumlametta hat der Ostwind wieder nach Hause getragen. Aber Weißpracht hübscht ja auch ungemein auf:

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Auch das Praktikantenherz, das der mir Lieblingsliebliebste einst von einem Famosholzkünstler für seine Freundschaft und Hilfe bekam, trägt heute eine Mütze. Ich mußte flugs sein mit der Ablichterey, denn es dient dem Rotkehlchen als Zwischenlandeplatz beim höchstkomplizierten Futterhausannäherungstanz des schüchternen Schwarzaugrotlatzknickbeinfürchteviel.

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Die Lenzrose hingegen mußte ihr Haupt beugen vor der Schneeübermacht und ich schwöre, ich hörte sie mich leise tadeln, ob meiner Schnappschießbummelei. Ich sölle sie lieber von ihrer Last befreien, was dann natürlich auch geschah.

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Von den eigentlichen Dreikumpeln ließen sich nur zwei ablichten, der dritte hielt sich unterm Efeu versteckt, Schneebanause, der.

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Und noch jemand hielt sich dünnbeinig wacker aufrecht, unter einer Hutpracht, die eines ascot’schen Auftrittes würdig war. Voilà, Madame Physalis:

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Und nochmals drang ich in des Rotkehlchens Refugium ein. Schnell einen Photobeweis gemacht, daß es mich schon sehnsüchtig erwartet hatte und dann aber flugs Warmwasser eingefüllt:

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Und zwischendrin Schneestapferei, Schneegeschiebe, Rumkalberei und Reifengerutsche. Ach Winter, wie schön, daste mich besucht hast. O meu querido Inferno! Von mir aus kannste gerne noch ein wenig bleiben…

Alltagspoesie II

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Das besondere Schimmern der Dämmerung bei Tagesanbruch, wenn über Nacht Feld, Flur und Wald schneebepudert warden.

Das erhabene Schweigen des frühen Morgens, wenn man als erster den Fuß in diese Winterzauberlandschaft setzt.

Das Knirschen unter den Sohlen mit diesem ganz besonderem Sattton. der so rares Geschenk geworden ist.

Die Weichtuchigkeit des Umlandes, in die man sich schmiegen möchte, wie in eine sanftweichen Kashmirdecke.

Die Reinheit des Anblicks drunten am Fluß, wenn gnädig Weißzartheit den achtlos hingeworfenen Wohlstandsmüll überdeckt.

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Erwähnte ich schon, daß ich ein bekennendes Winterkind bin? Jetzt aber nix wie wieder raus! Schneehurra! Ich glaub’s fast nicht!

 

Himmelsschlüsselchen & Vergissmeinnicht

Nein, sowas mache sie nicht nochmal mit. Die Fahrt war eine einzige Tortur. So grollte leisetönig Frau Mama am Telephon. Stell dir vor, Kind, des Morgens um neun schon der erste Sekt, die Herren zischten das erste Bier! Aus Plastikbechern, ihgitt. Sie habe mit Helga schon abgemacht, das nächste Jahr wieder ganz auf eigene Faust, mit der Eisenbahn, das ginge doch auch. Aber auf der Grünen Woche, da war es doch wieder schön. Am schönsten die eine Halle voll von verschiedensten Himmelsschlüsselchen. Himmelsschlüsselchen? Ich frage nach und in ihre Antwort dämmert mir eine Erinnerung auf: Hinten am Bache, da wo er bei den alten Erlen eine Biegung macht, da weidetet nie die Schafe und Rinder. Das Stück wurde nur mit der Sense gemäht. Im Lenz neigten dort dann unzählige Leuchtgelbköpfchen ihre Blüten.

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Das waren Ominkels Herzensblumen. Am ersten milden Sonnensonntag des Frühjahrs putzte sich die ganze Sippe leidlich heraus, wir Kinder unter Murren, Ominkel pflückte kleine Schlüsselblumensträußchen und die ganze Mischpoke prozessierte gen Gottesacker. Jedem ihrer verstorbenen Lieben legte Ominkel ein Bündchen Himmelsschlüsselchen auf den Grabhügel. Erschüttert nach diesem furchtbaren Kriege in ihrem Gottvertrauen, bekam seitdem jeder von ihr seine eigenen Schlüssel für die Himmelspforte. Woher sollte man denn wissen, wo Gott so seine Augen hat und wen er einläßt und wen nicht, so ihre innige Argumentation. Als ich Frau Mama von dieser meiner Erinnerung berichtete, war es einen Moment still in der Leitung. Kind, daß du das noch weißt! Ja, aber ich kann mich nicht erinnern, was aus der Schlüsselblumenwiese wurde?! Und wieder war Schweigen für einen Moment die Antwort. Du liebe Güte, Kind. Oma starb im Herbst und im darauffolgenden Lenz blieben die Primelchen aus. Stattdessen breiteten sich über die Jahre die Vergissmeinnicht immer mehr aus.

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Natürlich, die blaue Wiese haben wir dieses Stückchen Land da unten am Bache doch später genannt! Und sowohl Mama Löwenherz, als auch ich müssen für den jeweils anderen deutlich hörbar die Rührung in der Stimme unterdrücken. Ich kann nur :Danke Mama und Danke Ominkel flüstern…

Die Kakophonie der Beliebigkeit

Ich möchte mich so gern in die Stille flüchten. In mancher Nacht scheint es fast zu gelingen. Das Tosen des Sturmes, der mich auf dem Weg begleitet, ist willkommener Teil der Stille. Gebannt dann die Grellheit der Bilder, die vorgibt, die Pupille zu küssen und sie doch nur blendet. Verstummt das künstliche Gelärme, das meine Synapsen lauthals zerfetzt. Zermalmt, zerfleddert sogar. Verstummt die Kakophonie der Beliebigkeit. Und dann, erst dann, läßt sich meine Vorstellung von Schönheit finden.

Famosärmelfragen

Hiermit ernenne ich diesen Tag zum Aufanderefamosblogsverlinkungstag und stapele, zack, noch die elf Klafter Holz des von mir sehr geschätzten Herrn Ärmel ordentlich auf. Kann man ja nicht so wild in der Gegend rumliegen lassen.

01 Du wirst fristlos aus Deiner Wohnung geworfen und kannst drei Dinge mitnehmen, welche und warum?

Das Oberallerliebstelieblingskleid, um nicht nackend auf der Straße zu stehen; die aktuelle Kladde, weil so viele Ideen noch zu verschreibarbeiten sind; den Kartoffelkorb, der mir als Handtaschenersatz dient, weil sich in ihm Lebensschnödeunabdingbarkeiten befinden, wie Mammon, Ausweise, Lippenstift, Taschentücher, Notfallcreme, Stifte, Telefonnummern, Gedichtbände, Vokabelheft, usw. Oder gildet das nicht?

02 Du verbringst Deinen nächsten Urlaub mit einem Cellisten oder einem Posaunisten – warum?

Cellist, Saitenstreicheleinheiten vibrieren so schön nach.

03 Du hast deine letzten hundert Eurotaler. Für was wirst Du sie ausgeben: für ein Kunstwerk oder ein Möbelstück – warum?

Kunstwerk. Möbel sind überbewertet.

04 Dein Auftrag: ein Jahr lang intensive Beschäftigung mit Bach oder Bibel. Wofür wirst Du Dich entscheiden – warum?

Bach. Bibeln sind überbewertet. And music was my first love.

05 Du verlässt Deutschland für den Rest Deines Lebens. Für welches Land wirst Du Dich entscheiden – warum?

Portugal, speziell Madeira. Wohnwunschliebe meines Lebens.

06 Hund oder Katze – warum?

Beides in friedlicher Koexistenz. Weil ich das schon hatte.

07 Was schiebst Du immer hinaus – warum?

Die Zugehkatze zur Tür. Weil sie sich zwar das Haus am Ende des Weges als Zwotheimat erkor, aber eben nicht uns gehört. Nach ausgiebiger Beschmusung, selbstverständlich.

08 In welchem Theaterstück / Film würdest gerne die Hauptrolle spielen – warum?

Die weibliche Hauptrolle in der Gothikrockendenpilchercornwallinlippeverfilmung. Warumfragereibeantwortung erübrigt sich. Natürlich weil den Rosascheißherzcheneinhornzuckerwattemistpart sonst niemand übernehmen würde.

09 Was würdest Du jetzt sofort gerne anfangen: malen oder musizieren – warum?

Musizieren. Music was my first love.

10 Von welchem Fotografen (ausser Herrn Ärmel) würdest Du Dich gerne fotografieren lassen – warum?

Da Herr Ärmel nicht gildet, wähle ich einen der anderen Famosregenwaldgrobunfugfabulösablichtgesellen. Darum.

11 Küche oder Schlafzimmer. Auf welchen Raum könnest Du leichter verzichten – warum?

Schlafzimmer. Brauche ich nicht, um zu schlafen. Und auch alles andere, was sich gewöhnlich wohl meist in Schlafzimmern abspielt, bedarf dieses Raumes eigentlich nicht. Aber ohne Küche? Nenene.

Schillerndes Dunkel

Der sehr geschätzte Herr Faktoid hat ein weiteres Mal bonfortionös über seine Liebe zur Musik geschrieben. Ich lese und lausche und erinnere mich. Was prägte mich? Was hat sich in mir bis heute bewahrt? Und ich bewundere sein Hintergrundwissen und freue mich still, daß er es so freimütig teilt. Dieses Teilen möchte ich aufnehmen und lege deshalb jedem Schwarzmusikfreund nahe, ein Blick in dieses Buch zu werfen, es käuflich zu erwerben gar:

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Zur Erleichterung der Fabulösbuchbeschafferey hier eine schnelle Nummer zur Weitergabe an den Buchdealer des Vertrauens: ISBN-10: 3862110060. Der mir Lieblingsmenschliebste schenkte mir mein Exemplar gleich bei Erscheinen und ich kann nicht sagen, wie oft ich es schon in die schwarzfingernageligen Hände nahm. Bilder, Fakten, Zusammenhänge, Herr Nym hat alles zusammengetragen. Und so zeitundortvergessenes Schmökern ermöglicht. Music was my first love.