Gothicrockendespilchercornwallinlippe VII

von kaetheknobloch

Nein. Neinneinnein. Wie ein trotzendes Kind verweigerte mein Hirn die Aufnahme dessen, was mein Ohr vernahm. Die Stimme des Mannes, den ich mir einst sehnsüchtig erflehte, bekam und mir selbst entriß. Der schwarzäugigschiefnasig Schöne, dem ich beim ersten Anblick verfiel. Der mein sein sollte ausschließlich und wegen dem ich einen Teil meines Lebens aufgab. Die neuletzte Liebe, die, so wußte ich in diesem Moment, die größtschönschrecklichste meines bisherigen Lebens war. Den ich eigentlich wieder Hundertekilometer entfernt wähnte. Neinneinnein. Ich wolltekonntedurfte ihn nicht in meine Höhle einlassen. So zog ich mir schnell ein Obergewand an, Tuch und Poncho und trat ihm in frostatmiger Nacht entgegen. Umgeben von schneidender Kälte schnitten auch wir uns an klirrenden Vorwürfen, rammten uns gegenseitig scharfkantige Eisschollen in Kopf und Herz und weinten Eisestränen. Ich hielt die Kälte länger aus und blickte ihm wie durch das eisige Gefecht erstarrt, lange nach, als er endgültig hin zu seinen warmen heimischen Gefilden entschwand. Mochte ich auch eine Viellieberin sein, eine einzige Zweitfrau konnte ich nicht werden.  Auch ich wandte mich ab und erkletterte schwerfüßig die Stufen hin zu der Räuberhöhle, die zwar immer noch erst halb verräumt, doch warm und die meinige war.  Und in der im vergessenen Kerzenlicht ein weißer, knittriger Umschlag auf mich zu warten schien.

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