bittemito

Monat: Januar, 2014

Alltagspoesie II

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Das besondere Schimmern der Dämmerung bei Tagesanbruch, wenn über Nacht Feld, Flur und Wald schneebepudert warden.

Das erhabene Schweigen des frühen Morgens, wenn man als erster den Fuß in diese Winterzauberlandschaft setzt.

Das Knirschen unter den Sohlen mit diesem ganz besonderem Sattton. der so rares Geschenk geworden ist.

Die Weichtuchigkeit des Umlandes, in die man sich schmiegen möchte, wie in eine sanftweichen Kashmirdecke.

Die Reinheit des Anblicks drunten am Fluß, wenn gnädig Weißzartheit den achtlos hingeworfenen Wohlstandsmüll überdeckt.

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Erwähnte ich schon, daß ich ein bekennendes Winterkind bin? Jetzt aber nix wie wieder raus! Schneehurra! Ich glaub’s fast nicht!

 

Himmelsschlüsselchen & Vergissmeinnicht

Nein, sowas mache sie nicht nochmal mit. Die Fahrt war eine einzige Tortur. So grollte leisetönig Frau Mama am Telephon. Stell dir vor, Kind, des Morgens um neun schon der erste Sekt, die Herren zischten das erste Bier! Aus Plastikbechern, ihgitt. Sie habe mit Helga schon abgemacht, das nächste Jahr wieder ganz auf eigene Faust, mit der Eisenbahn, das ginge doch auch. Aber auf der Grünen Woche, da war es doch wieder schön. Am schönsten die eine Halle voll von verschiedensten Himmelsschlüsselchen. Himmelsschlüsselchen? Ich frage nach und in ihre Antwort dämmert mir eine Erinnerung auf: Hinten am Bache, da wo er bei den alten Erlen eine Biegung macht, da weidetet nie die Schafe und Rinder. Das Stück wurde nur mit der Sense gemäht. Im Lenz neigten dort dann unzählige Leuchtgelbköpfchen ihre Blüten.

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Das waren Ominkels Herzensblumen. Am ersten milden Sonnensonntag des Frühjahrs putzte sich die ganze Sippe leidlich heraus, wir Kinder unter Murren, Ominkel pflückte kleine Schlüsselblumensträußchen und die ganze Mischpoke prozessierte gen Gottesacker. Jedem ihrer verstorbenen Lieben legte Ominkel ein Bündchen Himmelsschlüsselchen auf den Grabhügel. Erschüttert nach diesem furchtbaren Kriege in ihrem Gottvertrauen, bekam seitdem jeder von ihr seine eigenen Schlüssel für die Himmelspforte. Woher sollte man denn wissen, wo Gott so seine Augen hat und wen er einläßt und wen nicht, so ihre innige Argumentation. Als ich Frau Mama von dieser meiner Erinnerung berichtete, war es einen Moment still in der Leitung. Kind, daß du das noch weißt! Ja, aber ich kann mich nicht erinnern, was aus der Schlüsselblumenwiese wurde?! Und wieder war Schweigen für einen Moment die Antwort. Du liebe Güte, Kind. Oma starb im Herbst und im darauffolgenden Lenz blieben die Primelchen aus. Stattdessen breiteten sich über die Jahre die Vergissmeinnicht immer mehr aus.

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Natürlich, die blaue Wiese haben wir dieses Stückchen Land da unten am Bache doch später genannt! Und sowohl Mama Löwenherz, als auch ich müssen für den jeweils anderen deutlich hörbar die Rührung in der Stimme unterdrücken. Ich kann nur :Danke Mama und Danke Ominkel flüstern…

Die Kakophonie der Beliebigkeit

Ich möchte mich so gern in die Stille flüchten. In mancher Nacht scheint es fast zu gelingen. Das Tosen des Sturmes, der mich auf dem Weg begleitet, ist willkommener Teil der Stille. Gebannt dann die Grellheit der Bilder, die vorgibt, die Pupille zu küssen und sie doch nur blendet. Verstummt das künstliche Gelärme, das meine Synapsen lauthals zerfetzt. Zermalmt, zerfleddert sogar. Verstummt die Kakophonie der Beliebigkeit. Und dann, erst dann, läßt sich meine Vorstellung von Schönheit finden.

Famosärmelfragen

Hiermit ernenne ich diesen Tag zum Aufanderefamosblogsverlinkungstag und stapele, zack, noch die elf Klafter Holz des von mir sehr geschätzten Herrn Ärmel ordentlich auf. Kann man ja nicht so wild in der Gegend rumliegen lassen.

01 Du wirst fristlos aus Deiner Wohnung geworfen und kannst drei Dinge mitnehmen, welche und warum?

Das Oberallerliebstelieblingskleid, um nicht nackend auf der Straße zu stehen; die aktuelle Kladde, weil so viele Ideen noch zu verschreibarbeiten sind; den Kartoffelkorb, der mir als Handtaschenersatz dient, weil sich in ihm Lebensschnödeunabdingbarkeiten befinden, wie Mammon, Ausweise, Lippenstift, Taschentücher, Notfallcreme, Stifte, Telefonnummern, Gedichtbände, Vokabelheft, usw. Oder gildet das nicht?

02 Du verbringst Deinen nächsten Urlaub mit einem Cellisten oder einem Posaunisten – warum?

Cellist, Saitenstreicheleinheiten vibrieren so schön nach.

03 Du hast deine letzten hundert Eurotaler. Für was wirst Du sie ausgeben: für ein Kunstwerk oder ein Möbelstück – warum?

Kunstwerk. Möbel sind überbewertet.

04 Dein Auftrag: ein Jahr lang intensive Beschäftigung mit Bach oder Bibel. Wofür wirst Du Dich entscheiden – warum?

Bach. Bibeln sind überbewertet. And music was my first love.

05 Du verlässt Deutschland für den Rest Deines Lebens. Für welches Land wirst Du Dich entscheiden – warum?

Portugal, speziell Madeira. Wohnwunschliebe meines Lebens.

06 Hund oder Katze – warum?

Beides in friedlicher Koexistenz. Weil ich das schon hatte.

07 Was schiebst Du immer hinaus – warum?

Die Zugehkatze zur Tür. Weil sie sich zwar das Haus am Ende des Weges als Zwotheimat erkor, aber eben nicht uns gehört. Nach ausgiebiger Beschmusung, selbstverständlich.

08 In welchem Theaterstück / Film würdest gerne die Hauptrolle spielen – warum?

Die weibliche Hauptrolle in der Gothikrockendenpilchercornwallinlippeverfilmung. Warumfragereibeantwortung erübrigt sich. Natürlich weil den Rosascheißherzcheneinhornzuckerwattemistpart sonst niemand übernehmen würde.

09 Was würdest Du jetzt sofort gerne anfangen: malen oder musizieren – warum?

Musizieren. Music was my first love.

10 Von welchem Fotografen (ausser Herrn Ärmel) würdest Du Dich gerne fotografieren lassen – warum?

Da Herr Ärmel nicht gildet, wähle ich einen der anderen Famosregenwaldgrobunfugfabulösablichtgesellen. Darum.

11 Küche oder Schlafzimmer. Auf welchen Raum könnest Du leichter verzichten – warum?

Schlafzimmer. Brauche ich nicht, um zu schlafen. Und auch alles andere, was sich gewöhnlich wohl meist in Schlafzimmern abspielt, bedarf dieses Raumes eigentlich nicht. Aber ohne Küche? Nenene.

Schillerndes Dunkel

Der sehr geschätzte Herr Faktoid hat ein weiteres Mal bonfortionös über seine Liebe zur Musik geschrieben. Ich lese und lausche und erinnere mich. Was prägte mich? Was hat sich in mir bis heute bewahrt? Und ich bewundere sein Hintergrundwissen und freue mich still, daß er es so freimütig teilt. Dieses Teilen möchte ich aufnehmen und lege deshalb jedem Schwarzmusikfreund nahe, ein Blick in dieses Buch zu werfen, es käuflich zu erwerben gar:

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Zur Erleichterung der Fabulösbuchbeschafferey hier eine schnelle Nummer zur Weitergabe an den Buchdealer des Vertrauens: ISBN-10: 3862110060. Der mir Lieblingsmenschliebste schenkte mir mein Exemplar gleich bei Erscheinen und ich kann nicht sagen, wie oft ich es schon in die schwarzfingernageligen Hände nahm. Bilder, Fakten, Zusammenhänge, Herr Nym hat alles zusammengetragen. Und so zeitundortvergessenes Schmökern ermöglicht. Music was my first love.