Verwegene Verse XIII

von kaetheknobloch

Mich umwarb mal ein Herr aus Aalsmeer,

der Gute bemühte sich wirklich totalstsehr.

Anderthalb Monate sandte er Blumengebinde,

auf daß den Weg zu meinem Garten er finde.

Überschüttete mich mit Tulpen und Flieder,

allein seine Anschreiben waren zu bieder.

Er wolle durch meine Lustpforte schreiten

mich so durch den Garten der Lüste geleiten.

Bitte, ich mag Blümchensex ungemein,

doch Pforte zum Garten der Lüste zu sein,

solcherley Denkwerk läßt mich kichern.

Er ließ nicht ab, mir eifrig zu versichern,

es käme der Tag, an dem ich ihn erhöre,

rosengebettet ich ihn als Beglücker erköre.

Der Tag kam, es war 14. Februar.

Wie es endete war sowieso klar.

An dem Tag auf rote Rosen zu setzen,

das tut den Kontostand heftig verletzen.

Er sandte mir Rosen, dutzende Stücker,

doch wo blieb denn er, der Beglücker?

Das Geld für die Reise, das war wech.

Keine Beglückerey für ihn, welch‘ ein Pech.

Wie er hieß, der Tropf, der einsame?

Nun, Valentin war der traurige Name.

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