Madeira, meu eterno amor e saudade I

von kaetheknobloch

Oh, zartsüßer Neid, jedesmal, wenn einer von dieser Insel berichtet. Und stets gleich die innigste Eigenerinnerungsverzückung. Mit Mietwägelchen alten Küstenklippenstraßenabenteuern nachspüren, staunend über das Spektrum von Meerhimmelsküssenvon claro-azul hin zu escuro. Beifahrerseitig kippt das Land abrupt in Schroffgestade, so wildlockend, daß Augenmerk sofort eine Abfahrtsmöglichkeit sucht. Doch das läßt die Natur nicht zu. Zumglückedenkend, die Schnellabsturzmöglichkeit nur als Wunschahnung definierend, konzentriert sich der Blick wieder auf die Geröllestraße vor dem Mietwägelchen. Der nächste Tunnel, in Rauhgestein getrieben, trennt denn die Pupillen von dem schier unerträglich schönem azul. Und noch während das Rauschen sich in die Erkenntnis brandet, wird man schon kaltfeucht durch’s vergessenunverschlossene Seitenfenster wasserfallig überströmt. Unter Gequietsche schnell das Fenster kurbelnd schließend, versteht man das Verneinen des Autovermieters auf den Wunsch nach einem Cabriolet. Juchzend quert man diese Naturwaschanlage, um genauso unverhofft wieder im gleißenden Sonnenlicht zu fahren. Rechter Hand kippt die Insel noch genauso in die Schaumkronenbrandung und im Grunde sind alle diese Eindrücke viel zuviel. Zwar wünscht man sich nochmalnochmalnochmal, wie ein kleines Erstkirmesbesucherkind, doch so wie dieses eine erste Mal wird es nie wieder sein. Was aber immer bleibt, ist dieser zartsüße Neid, wenn einer von dieser Insel berichtet. Madeira, a ilha do meu coração.

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