Wahrheit, sterbend…

von kaetheknobloch

Aber in welche Wunde sollte ich noch einen meiner Finger legen? Wie weiter nutzen meinen Kopf, so zerschlagen von diesem Geknalle auf versiffte Stammtische? An meinen angepissten Beinen die harschen Risse weiter flicken? Unter meinen gerafften Röcken noch mehr Justizjuckerey verbergen? Auf aus Hochglanzmagazinen gesponnenen Lügenseilen weiter balancieren? Und Falschtönerey, markig umbeatet, weiter in Gehörgänge lassen?

Wunden schmerzen und stinken, Köpfe sind nicht zum Aufschlagen da. Beine müssen flinklaufen und zwar unbepisst. Freiwillig geraffte Röcke bergen kein Ungeziefer und Seiltanzerey fetzt nur auf Eigenstrickseilen. Falschtöne sollte man eh verbeaten, verbieten, sich verbitten; dies‘ ist der Wahrheit letzter Gedankengang. Bevor sie aufersteht. Für einen Moment mag Wahrheit sterben, in Wahrheit tut sie es nicht.

Advertisements