Tropfenwortflimmereyen

von Käthe Knobloch

Du tropfst deine Worte in das große Nichts. Schaust ihnen hinterher, wie sie flimmernd immer kleiner werden, gleich kreiselndem Sinkflugtanz der Kirschblütenblätter, bis sie endgültig deine eigene kleine Welt verlassen. Du erwartest nichts vom Nichts. Warum auch? Doch dann kommen erste Kräuselwellen zurück. Trafen deine Worte auf Widerstand? Nein, sie wurden aufgenommen, weitergetragen und reflektiert. Manche kommen verändert zurück, verschönt, geadelt, manche verzerrt und entstellt und manche sogar besudelt. Einige verschwinden für immer, die meisten aber prägen sich ein in dem Nichts. Und je mehr Silben du zusammenfügst, umso dichter wird das Wortgeflimmer und alsbald entsteht aus dem Nichts deine große Welt. Tropfenwortgeflimmerreich.

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