Verwegene Verse XVI

von kaetheknobloch

Ich traf mal einen flotten Herrn aus Münchhausen,

der Filou erzählte mir allerley lustige Flausen.

Es war, ich weiß noch, am einundreißigsten Märzen.

Er umgarnte mich mit gar famosen Scherzen

und lachte sich in mein Herz und mein Bett.

Eigentlich bin ich ja nicht so keck und kokett,

Doch ihm zu widerstehen wollte mir nicht gelingen,

ich gestattete ihm, die Nacht mit mir zu verbringen.

Selten wurde ich so unter Lachen beglückt,

mit Feinwitz und Scharfzüngigkeit entzückt.

Ich hörte von halben Pferden und Kanonenritten,

von Entenjagd,an der Leine durch die Luft geglitten,

vom stolzem Hirschen mit baumendem Geweih

und vom flinken Hasen, der achtbeinig sei.

Ich lachjuchzte wirklich in den höchsten Tönen,

war flugs bereit, mich daran öfter zu gewöhnen.

Die Nacht war kurz, ich erwachte frohlockend,

doch fand ich mich allein im Bette hockend.

Vor Sehnsucht wollte mir mein Mieder bersten,

er verließ mich im April, und zwar am ersten.

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