Madeira, meu eterno amor e saudade III

von kaetheknobloch

Ein Moment, so vollkommen, daß ich ihn auf ewig in mir trage. Notausgang, wenn das Leben mich zu sehr bekübelt mit all‘ seiner Unrast, Hektik und Gier. Ich schließe die Augen, atme tief in mein Innerstes hinein und wenn ich die Augen wieder öffne, sehe ich über mir diesen Himmel, in dessem Azulblau sich sanft die feinrunden Blätter an schlanken Zweigen zu mir neigen und leise alte Fados von Jahrzehnten summen. Ihr Grüngraublau paßt so harmonisch zu dem Himmel, es könnte keine andere Farbe sein. Der sanfte Meereswind, der mit leichtem Salzduft an den Klippen zu meiner Linken emporsteigt bittet sie zum Tanze. Hebt sie dem Azul entgegen, sie scheinen dem Blau sich zu hinzugeben und senken sich doch wieder hin zu mir. Ich bin auf ihren Blattgeschwistern gebettet, die der Rauhwindgeselle in Sturmnacht aus ihrer Tanzerey geholt. Immer wieder fülle ich meine Hände mit Duftblattgeraschel und werfe die Flatterdinger über mich in die Lüfte. So leicht wirbeln sie wieder auf mich herab und befüllen mich mit ihrer Leichtigkeit. Auch das Meer brandet sich immer wieder in meine Aufmerksamkeit. Es reicht ein Schulterblick, ich liege direkt am Steilufer und schaue so in die Tiefe hinab. Blicke den tanzenden Blättern hinterher, bis sie nicht mehr zu erkennen sind und mit der Wellen Gischt da unten verschmelzen. Folge dem Blauverlauf des glitzernden Meeres, bis es weitweitweitweg in den Himmel übergeht und escuro-azul wird zu claro-azul genau wie mein Gemüt.

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