Kniebeugendekitschnotate

von kaetheknobloch

Letzte Streichelwarmsonnenstrahlen beschmeicheln mich. Nur sanft wiegen sich schon zartspitzig begrünte Zweige im ungewöhnlich warmen Lenzenwind. Die Muscari blinzeln mir blaurundkugeläugig zu und die Himmelsschlüsselchen, die ich vorjährig mitbrachte von der Wiese an der Biegung des Flußes, nicken mir mitsamt ihrer Mininachwuchsarmee angetan mit ihren frohlockendgelben Köpfchen zu. Die neue Heimat scheint ihnen zu behagen. Erste Späher erkunden, blaukumpelig unterstützt, schon neue Quartiere.

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Die bunten Flatterdinger, die den ganzen Tag zitronenfalterleuchtend und buntprächtig tanzten, haben sich schon verabschiedet. Die ersten Mückenschwärmchen pyramidisieren über der schon saftgrünen Wiese und Bienen umschwirren die Frühlingsverkünder. Aus der Ferne schallt immer wieder Kinderlachen zu mir herüber. Ich sitze und schaue und notiere das alles und denke, herrjehmitmineh, was für ein verdammter Kitsch. Überlege, wieviel Friedlichkeit in diesen Notaten steht und was Frieden bedeutet. Was für ein Segen und Glück. Dochdoch, zu so einem Kitsch kann ich mich offen bekennen. Es ist ein Kniebeugenderkitsch, vor dem ich mich gern neige, weil er aus Frieden erwächst.

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