bittemito

Monat: April, 2014

Ganz wichtig ist ein Famossteuermann

Ich habe nicht alles verstanden, was er mir zutrillerpfeiftblinkte, doch der Famossteuermann brachte uns heile hin und zurück, knoblochkniepassagierend. Nur das Bremsen, das mochte er nicht, es ließ ihn zu oft purzelbaumen. Oh, wie er dann schalt und schielpte! Doch den Kurs behielt er immer bei. Und ehe jemand mit mir schielpschaltet, der Schnappschuß erfolgte im stehenden Automobil am Ende der Reise, ich bin doch nicht lebensmüde…

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Tausendblautreuaugenarmee

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In die Knie zwingt einen die Vergißmeinnichtbande am Feldesrand. Runter ins tauernde Gras. Wie anders könnte ein Frühlingsmorgen eigentlich sonst beginnen, als mit vor der Natur gebeugtem Knie? Mögen andere an anderen Orten ihre Knie beugen und ihre Gebete flüstern, ein jeder sucht sich seine Götter. Hier und jetzt in diesem Moment, bete ich zu dieser Tausendblautreuaugenarmee, sie möge mich erwarten, in ein paar Tagen, wenn ich heimkehre an diesen Ort. Unzertrampelt, von keinem Pneu niedergewalzt, geschweige denn unsinnig umgemäht. Auf bald, ihr Zartindiekniezwinger am Haus am Ende des Weges. Vergesst mich bitte nicht. Ich tue es nicht.

Verwegene Verse XVIII

Ich sah mal ein putziges Kerlchen aus Bayern,

eieiei, bei dem wollte ich nicht lange rumeiern.

Er rümpfte zwar das Näschen, ob meiner Eile,

spitzte aufmerksam die Ohren, doch nach ’ner Weile,

kraulte ich ihm schon seinen Samtflauschnacken.

Ich lud ihn ein, wollt‘ für ihn kochen & backen.

Ein langes Lenzenwochenende mit ihm zu verbringen,

inklusive ihn zu verführen; das sollte mir gelingen!

Am Freitag gab’s Fisch, wieder rümpfte er die Nase,

Samstag, oh, wie er schimpfte (es gab‘ Falscher Hase‘)!

Beim Sonntagspicknick draußen im lauschigen Parke,

rupfte er nur Gänseblümchen, er war schon ’ne Marke.

Meine Blicke in seinen Schritt, sehr begehrlich,

ich mußte es wissen: Hasenpfote oder gar ehrlich?

Ich hätte mich doch da schon fragen sollen:

Er lief gar seltsam, was war da geschwollen?

Kann das ein bagschierlicher Zebedäus* sein?

Ich mußte es wissen, es war eine Pein…

Am Montag versuchte ich  mit Salat ihn zu locken,

spielte Eiron Meiden für ihn, es mußte doch rocken.

Siehe da, seine Blume erhob sich zutraulich

(schrübe ich „Schwanz“, das wär‘ zu vertraulich!),

Doch was ich erblickte, ich erröte beim Schreiben,

es muß auch bitte wirklich unter uns bleiben:

Das Kerlchen, es wirkte so sanftlieb und zart,

doch schrillbunt seine Eier und total hart!

Mein Entsetzen kann wohl ein jeder verstehen,

das zartharte Kerlchen jedenfalls konnte gehen.

Ich schaute Ostern ab da immer genau:

Eier, sind sie lila, grün oder gar blau,

die kommen mir nicht in mein Neste.

Natur pur ist doch immer das Beste!

*Bislang auch in meinem Sprachgebrauch unbekannt, sorgte gestern jedoch die fabelhafte Frau Stefanini in den Kommentaren für zebedäusische Bagschierlichkeit. Ich lache immer noch.

Muß es denn gleich Sünde sein?

Ein Freitag, für mich tagwerkbedingt damals schon eh ein Freitag wieder jeder andere und der damalige Gefährte war religionsbedingt auch nicht befangen. Es war der Schwarzäugigschiefnasigschöne, der mit dem alibabaischen Blick. Er holte mich abends von dem Florallaboratorium ab, in dem ich damals werkelte und kochunlustig beschlossen wir, aushäusig Essen zu gehen. Sein innigster Wunsch an jenem Tag war ein zartlappiges Knusperschweineschnitzel. An seine Sündhaftigkeit war ich gewöhnt, verzog der Verwegenmuselmane doch jedesmal sein schiefschönes Gesicht, wenn er im Flugzeug Essen mit NoPork-Schildchen allein auf Grund seines Namens bekam. Ich ließ mich von seiner Schnitzellust anstecken. Also fuhren wir mit dem großen schwarzen Auto hin zu der schönen Stadt auf dem Felsen, wo altstädtisch wir Gasthaus an Gasthaus wußten. Seltsam erschien uns, daß allerorten veränderte Speisekarten an den Türrahmen hingen. Fisch war wohl gerade angesagt. Der Schiefnasigschöne beharrte auf Fleischeslust, in dem Falle bauchfüllbetrefflich und so entschieden wir uns endlich für eine Wirtschaft, uns wohlbekannt für gute Küche, unter anderem beliefert mit dem leckeren Schwäbischen Sattelschwein. Uns ward eine Karte gereicht, die der des Aushanges an der Türe entsprach. Darob unzufrieden forderte der prächtige Muselmanengefährte an meiner Seite lautstark sein Schnitzel ein. Die Erinnerung an die Blicke und das Geraune der restlichen Speisegesellschaft bringt mich jeden Karfreitag seither wieder vor Vergnüglichkeit zum Lächeln. Wir hatten schlicht das Kar vor dem Freitag vergessen. So beschieden wir uns an jenem Freitag doch mit Fisch, der unter Scheelblicken jedoch nicht so besonders mundete…

Allen Wortgesellen und Silbenkapriziösen einen toleranten Karfreitag mit Vergnüglichkeitsfeinstgruß.

Sachtspionzartkontrollschlenderey

In Frieden Erwachen ist ein Geschenk. Tief der Schlaf, kräftebündelnd und erholsam. Was sich gestern noch aus Albträumen wie bittere Gallefäden durch den Tag zog, schlich wohl mit dem Abendwind gen Nordwest zum stillschwarzstehendem Walde hin. Der fastkugelrundgemütliche Mondbruder, der sich morgenstundig über den Giebel in die kommende Dämmerung purzelbaumte, weckte erst den Amselrich und dann mich. Ich zwinkerte zu ihm zurück und bettete meinen Kopf armwärts gestützt und lauschte den Lobpreisungen des Schwarzfedergelbschnabelgesellen. Was für Perlkaskadentöne doch in so eine kleine Kehle passen. Und mit den vorgegeben Taktpfaden wandern meine Fingerkuppen über die Narben auf meiner Haut. Zartkontrollschlenderey, zur innigen Gewohnheit geworden. Die inneren ertastet mein ruhiger Atem und glücklich seufzend melden alle Sachtspione, daß keine Naht gebrochen und kein Riss sich erneuert. Und dann bewillkommt mich fünfuhrmorgenfrühig ein neuer Tag.