Madeira, meu eterno amor e saudade IV

von kaetheknobloch

Steil und eng schlängelte sich das Holterpoltersträßchen hinauf. Vor jeder einseitig felsgradig beengten und auf der anderen schwindeligmachend abfallenden Seite ließ ich des Automobilchens mööpmööpendes Hüpchen erklingen. Kurz gelauscht, keine Antwort und flugs um den unüberblickbaren Felsgrad gelenkt. Kein Gegenverkehr, gut. Bald erspannen wir die Grotesksituation, daß je abgelegener wir uns über die Insel bewegten, bald ein langgezogenes Eselsgeijahe die mögliche Antwort sei. Immer vergnüglicher unser Lachgequieke und immer forscher die Fahrt um die Felsenbrüche herum, Kurve um Kurve immer höher empor. Und plötzlich stand da einer. Stoischgraulangohrigohneton. Als hätte wir ihn herbeigekichert. Nur in stumm. Dafür mit Treudoofdurchallezeitenblick. Und fern jedweder Absicht, den Weg uns freizugeben. Ich lenkte das Automobilchen gefährlich klippkantennah um das Eselchen herum, es wartete geduldig und erst als wir schon fast die nächste Biegung umfuhren, schickte es uns ein siegreiches Ijaaaah hinterdrein. Wir fuhren die Strecke später noch öfter, hatten wir doch dort im Hinterland eine bonfortionöse Gastwirtschaft geliebfunden, mit den besten Espetadas aller Zeiten und süchtigmachendem Poncha, doch den Schöngrausturkopf bekamen wir nur dieses eine Mal zu Gesicht. Verständnislosigkeit lag auch in den Gesichtern derer, die wir auf der Suche nach ihm befragten. Burro? Não, um burro não existe aqui. Ob wir nicht eher Burros seien, wurden freundlich schulterbeklopfend wir befragt. Und ob wir wirklich Absinth in unseren Ponchas wollten…

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