Ausdemfleischeschneidebrief

von Käthe Knobloch

Nein, Freundinderdukeinemehrbist, ich lasse dich nicht länger in meinen Tanzbereich. Mein Ohr bleibt deinem Lügengeflecht verschlossen. Du hast dir diese Fallstricke und Hinterlistigschlingen selbst ausgelegt. Nun hast du dich verfangen, doch statt sie zu entwirren, aufzudröseln in einzelne Wahrheitsfäden, fügst du neues Täuschungstau hinzu. Nicht mehr mit mir, Freundinderdukeinemehrbist. Ich fing dich auf und trocknete deine Tränen, die echten, wie die krokodiligen, schlichtete, vermittelte und ging hinaus über meinen eigenen Moralanspruch. Du wirst nie ermessen können, was du mir angetan, indem du mich zwangst, für dich zu lügen. Einem Freund ins Gesicht zu lügen. Diesen Makel trage ich schwereisenringig um meine Brust. Vielleicht kommt der Tag, an dem der so Betrogene mir vergibt, ich hoffe es. Und du, Freundinderdukeinemehrbist, antwortest mir nicht auf meine Fragen außer mit neuem Lügengeflecht. Ich habe dich geliebt, in mein Herz gelassen und dort wohnt eigentlich auch meine Treue. Doch dir schwöre ich die Treue ab. Deine Ignoranz ist unermeßlich und deine Fähigkeit, andere zu manipulieren schon fast bewundernswert. Nicht nur mich hast du so getäuscht. Nur einmal mußte mir einen bisher so aus dem Herzen reißen. Das war ein Kerl und der hat mich gefickt. Jetzt du, Freundinderdukeinemehrbist, du hast mich angefickt. Ich weiß noch nicht, was mir weher ist.  Nein, ich habe keine Angst um dich, du suchst dir nur zu schnell neue Freunde, die deiner Schlangenzüngeley erliegen. Ich tue es nicht. Nicht mehr. Nie mehr.