Von der Fähigkeit der Ente, nicht abzudriften

von kaetheknobloch

Genervt, schmollend und irgendwie randvoll mit Enttäuschung stand ich am Kajütenfenster. Der ersehnte Heilsamdrüberschlaf ließ sich nicht herbeizwingen. Heute Nacht wollte Friedfertigkeit mir wohl keine Bettgenossin sein. Wie lange lag ich schon wach, lauschend auf die Nachtgeräusche, die sich alle Mühe gaben, besänftigende Wiegenlieder zu singen. Sachte schwappte das Wasser an die Schiffsflanke. Der Spiegelmondbruder streute sein mildes Licht auf die tiefschwarze Oberfläche, die fast spiegelglatt erschien. Nur leise Kreise ließen sich erahnen, verursacht von sieben Inselchen. Hoben sich minisanfthügelig aus dem Gleichmaß des Wassers empor. Bewegten sich nur unwesentlich, drifteten leise vor sich. Fingen so meinen Blick und bannten Schwergedanken. Langsam erkannte ich Zartfederschwung und Graubraungemuster. Enten. Sie hatten elegant ihre Hälse nach hinten gebogen, die Schnäbel ruhten unter den Flügeln. Schaukelten ganz sanftbedächtig. Immer wieder änderte eine der Enteninselchen feinjustierend ihre Drehrichtung, als wäre sie zwar fest im Grunde verankert, hätte jedoch bojenartigen Spielraum um frei in der Schwarzstille zu treiben. Vogelfrei doch sicher geborgen. Mit diesem Gedanken legte ich mich wieder in die Koje und schlief endlich ein. Zeitchen später weckte mich leisbeharrliches Naknaken. Einer der Inselchen, jetzt enttarnt als angehender Jungerpel, hielt in der aufkommenden Frischmorgenbrisenströmung beharrlich seine Position in meinem kajütbeschränktem Blickfeld. ‚Namachesnach‘ nakte er unentwegt, als wölle er mir zeigen, daß nur die eigenen Füße die Richtung erwählen in die man driftet, egal, wo die Strömung dich hintreiben will. Kluge Tiere, diese Enten, so durchfuhr mich die Erkenntnis.

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Und wie um seine Feinklugheit noch zu beweisen, setzte der Jungenterich noch einen Naknaknachsatz drauf: Manchmal mußte halt auch Federn lassen!

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