Rollmopsigelpfauenrumtollerey

von Käthe Knobloch

Die fabulöse Rocknroulette hat mich mit Kindheitsseeliglachenheit ankrawummst. Was ihr der Rollmops, so bonfortionös beschrieben; war mir der Igel. Eingemummelt in eine braunschwarzgemusterte Decke, liebte ich es als Minifräuleinknobloch den Erwachsenen zwischen den Füßen herumzuwuseln, begierig auf den gespieltentsetzten Schreckensschrei von Mama Löwenherz oder Ominkel wartend. Derigelmußrollenrufend kullerte mich dann eine von beiden durch das gesamte Wohnzimmer, bis ich in meiner Braunschwarzenkugeligkeit wirklich einem Igelpaket glich. Dabei schnauffauchte ich, wie ich es dem Eierdiebigel beim Hühnerstalle abgelauscht. Erstaunlich fand dies der Herr Papa und lachte lauthals mit. Mir Junggöre klangen diese Basslachsalven wie Schönstapplaus, glücklichmachender als jedes Bravgedichtaufgesagtgeklatsche. Und so erfand ich immer neue Blödeligkeiten, um dieses Lachen zu ernten. Meine Glanznummer war dann der Pfau. Der Morgenrock von Frau Mama, ein buntseidenraschelschöner, diente als buntes Untergefieder. Im Rücken mit dem Gürtel zu einem Prachtschwanzgefieder zusammengebunden. Darüber kam die braunschwarze Schlichtdecke. Ein paar Hühnerfedern dienten als Kopfputz. So stolzierte ich auf meinen Stickstacksbeinchen, den Schwanz verborgen unter der Decke mit den Händen auf dem Rücken haltend, solange vor den Erwachsenen herum, bis einer anfing, mich zu jagen. Dann kollerte ich los, ohne eine Ahnung zu haben, wie ein Pfau überhaupt tönt und warf mein Buntleuchtstoffgefieder immer wieder über’n Steiß in die Höhe, als würden meine Federn ihr Prachtrad schlagen. Höchst erstaunlich, dieses Kind, woher kommt dieses Pfauenwissen bloß, fragte der Vater und amüsierte sich prächtigst wie alle anderen. Diese und so viele Bilder ruhen in mir, sicher verschlossen und dankbar bewahrt. Ich hatte das Glück einer bonfortionösen Kindheit. Danke Mama, danke Papa, danke Schwester, danke Bruder und danke Ominkel. Das vergesse ich euch nie. Ich liebe euch.

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