Neuntausend kann auch eins sein

von kaetheknobloch

Geben und geben lassen. Nehmen und nehmen lassen. Sein und sein lassen. Mühsam undefiniert gelebtes Mantra, dem lange Zeit die Besilbung fehlte. Wohl, weil es unvollständig war. Oder die Reihenfolge stimmt nicht ganz. Seinundseinlassen, das hatte ich schon lange verinnerlicht. Geben und Nehmen auch. Doch es war unrund, unvollständig, nein, unvollständig eigentlich nicht nicht, doch zu holperig, um als Mantra zu dienen. Dann traf ich schreibend auf sie. Ich las kurz still mit, staunend ob der Silbersilbenströmerey. Es war, wie in einen Spiegel zu blicken. Jahre zurück. Ein vergangenes Abbild meiner selbst. So hinterfragend, so kämpfend, suchend, ach, so herzzerfetzend. Und dann kommentierte ich. Unsere Wortbegegnungen waren von Anfang an inniglich vertraut, als wäre das Zwischenzeilige das eigentlich gemeinte und unsere Satzgirlanden nur die Träger unserer Gedanken. Und mit der Gebenundgebenlassenerkenntnis bündelten wir sie zu einer Brücke. Seitdem ist sie mir keinen Tag fern und auch wenn sie nicht mehr so viel schreibt, weil ihre Zeitverflugsgeschwindigkeit eine enorm hurtige ist und außerdem, was am oberallerbonfortionösesten ist, sie die wenige Freizeit einem Lieblingsfamoslanghaargesellen schenkt; für mich bleibt sie eine meiner ersten Lieben hier bei WordPress. Und ein bißchen mehr. Und wenn sie nur die nächste neuntausendneunhundertneunundneunzigste Kommentatorin seyn sollte, eins bleibt:

Geben und geben lassen. Nehmen und nehmen lassen. Sein und sein lassen.

Danke, meine Liebe.

Advertisements