Aschegrauwarmgestaube

von kaetheknobloch

Sie behagt mir nicht, die flammendheiße Wut. Ihre Hitze zwingt mich zum Blinzeln und erfordert Löschwasseraugenwinkeldepots. Die wiederum machen meinen Blick unscharf, trüb, wie die Tümpel aus Kindertagen die zur Blutegelmutprobe uns dienten. Prasselnd springen mich die Zischelzungen an, die meine Wut hervorruft und es gelingt mir nicht, sie zu bändigen. Was bleibt, ist das Feuer niederbrennen zu lassen, bis es sich ruhigglühend in sich selbst zurückzieht, gleichmäßig wärmend, beherrscht und im innigen Strahlen. Dann will ich wagen, mich daran zu setzen, den Blick verloren in die Schimmerflammigkeit. Lasse Gedanken zu, denen die vorherige Springloderhitze die gerunzelten Augenbrauen gründlich versengt hätten und die jetzt langsam und den Würzduftrauch des Feuers nutzend, in neue Ebenen sich tragen lassen. Erwäge Möglichkeiten, stochere sogar in dem Ruhigglutnest herum. Nicht, um Neuaufflammbarkeit zu erkitzeln, nein. Es ist ein Tasten, ein Erwägen und Suchen, was das Gedankenfeuer mir wohl über läßt. Zarte Grauwarmasche, die ein jeder kleiner Hauch als Stäubchen mit sich trägt und mit ihnen meine vordem so heftig lodernde Wut. Es ist die Glut in mir, die übrig bleibt und mein innerstes Ich nie erkalten läßt. Geborgen unter einer  Aschegrauwarmschicht, die mir als Schutz vor der Hitze verbleibt.

 

 

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