Floraveloradeltour

von Käthe Knobloch

Allein das Gefühl, das dieses Floravelo einem Menschenkinde verschafft! Hoch aufrecht, sanft gleitend, wenn der Weg ein ebener oder besser einer, der sich neigt. Dann kann man bei glattem Untergrunde beide Arme jubilierend gen Himmel heben, kiekslachend seinen erst zittrigen und dann immer gewagteren Muth bejubeln und schickt so Vergnüglichtöne in die Welt, die wie tausend kleine Seifenblasen in die Vorgärten und Wohnungen schweben und sogar anstecklachmachend zurückgesendet werden. Hände winken freundlich durch morgenluftige Fensteröffnungen zurück, selbst die Sonne scheint sich anstecken zu lassen und verkündet gleichfalls Mutzuwachs durch immer helleres Strahlen durch Morgennebelgegraue. Ich fliege durch das Vorstädtchen hin gen Fluße, um nach den Kieseln zu sehen. Kleine Hügel erradle ich mit Leichtigkeit, doch schon die sich länger hinziehenden Steigungen machen mich schnellatmig. Doch ich steige nicht ab, eher auf. Im Stehen trete ich kräftig die Pedalen, wenn das Bergleyn mich bezwingen will. Mich bezwingen! Die Floraveloradlerin! Die letzten Meter hoch zum Kleinstgipfelchen, fast in Zeitlupe bewegen sich Menschenkind und Velo, mir werden die Oberschenkel sauer und ha… mit einem kühnen Sprunge behüpfe ich japsend das einstweilige Ziel. Kurze Teepause, die aufgrund  überschlagender Gedanken von alleine sich verlängert, bis das Gedankengekoller genau wie mein Athem wieder gleichmäßig und wohltaktiert ist. Ich sende Inniggrüße an einen traurigen Fernnahen, das Gebelle vom nahen Tierheim ließ meine Gedanken flattern. Weiter zur Brücke am kleinen Wehr, die Kiesel warten. Rechts fließruht das Gewässer, die Sonne bestätigt durch ein Kreuzchen die Einmaligkeit eines weiteren Tages. Ich sichere das Velo und klettere die Böschung hinab.

Die eben noch behäbige Ruhe flüsterplaudert sich großundkleinkieselig munter. Strudel schwadronieren über Staustaunesteine, Flüsterwellen fragen nach Flinkflugsüberholmöglichkeiten und Eilsäuselwasser drückt Herbstblattgesellen zur Innigumarmung. Ich könnte ewig am Wasser bleiben, es ist mir kleiner Trost, weil dieses Jahr es wieder nicht reichte, ein großes Wasser zu besuchen. Großes Blauwasser gar. Meine Gedanken trifften zu dem Wasserdichthosenärmelmann und schier meine ich ihn an seinem Geraffel hantierend im Wasser stehen zu sehen. Flitschesteine finde ich nicht und so geht die Frühsonntagsradeltour pupillen-, herz- und kopferfrischt wieder zurück zum Florallabor. Floraveloradeltour fetzt!