Verwegene Verse XXIII

von kaetheknobloch

Ich treffe jedes Jahr einen einnehmenden Herrn,

den habe ich immer sehr kuschelraschelig gern.

Manchmal erschreckt mich sein Hinundhergehabe,

denn er kündet von Vergehen, wenn auch erst vage.

Doch erst wirft er sich warmbuntgeckig in die Brust,

Verschafft mir somit  purpurwangenhitzige Lust.

Und wenn ich dann wildbusenwogendbebig sage:

Verzeihen Sie bitte, daß ich so offenmiedrig frage…

Unterbricht er, kastanienmaronenblickschenkend,

sanft ermahnend, wohlsittsamwortbedenkend:

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Liebes Fräulein, wenn Sie die Replik gestatten:

Oh nein, ich will Sie mitnichten begatten!

Mir reicht eine Wangenrötung zur Genüge,

ernte doch äußerst selten dafür eine Rüge.

Verteile gern meine Früchte, die reifplatzen,

vernehme lächelnd Süßfleischschmatzen.

Traubesüß, Apfelknack oder Pflaumenmuserey,

ein jeder ist doch gernstsinnlich dabei,

wenn ich mich kwietschbuntlüstern austobe.

Erlauben Sie mir einen Saftigkuß, so zur Probe?

Sie werden bald spüren, wie sinnlich ich schmecke

und wollen verweilen an meinem Üppiggedecke.

Kosten Sie mich aus und saugen Sie feste,

denn erst zum Schluß kommt dann das Beste:

Mein prächtiges Aufbäumen wird Sie ermatten,

Ihnen eine wohlverdiente Ruhe zugestatten.

Mein Name? Man nennt mich oft Spätjahr.

Auch Spätling. Noch öfter Herbst gar.

Ich bleibe treu Ihnen, meine Rotwangenmaid,

um Jahresfrist bin dann ich wieder soweit,

Ihnen mein Prachtprallfüllhorn zu offerieren,

doch erst werden Sie ein Weilchen frieren,

dann erblühen, Hitze auftanken und dann,

dann schlage ich Sie wieder in meinen Bann.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Lämmerschwanzherzklopfig kann ich erstmalig Verlauschlappung eines Verwegenen Verses verkünden! Ein zu Recht bislang auf allen Brettern, die die Welt bedeuten, unbekanntes Duo namens HuchHach war erpressbar genug, sich diesem Zungenknotenkauderwelsch zu stellen. Frau Huch ist schnell identifiziert, doch wer ist der maronenrauchhagebuttentimbrierende Herr Hach? Und nein, der Liebstlieblingsfamosgeselle ist es nicht. Auch wurden Herrn Hach moderate Textveränderungen gestattet, des besseren Sprachflusses wegen. Wer ihn entlarvblättert, erhält eine Verhachung der bonfortionösesten Art. Bittefein, die Verwegenen Verse XXIII, gehuchhauchthacht vom Duo HuchHach:

Advertisements