bittemito

Monat: Oktober, 2014

Famosherrsalvafragen

Der von mir hochgeschätzte Herr SalvaVenia hat mir vorsorglich den kälter werdenden Tagen vorbeugend, einen Reisighaufen in den Vorgarten geklafftert. Eigentlich zeitlich vereinnahmt ohne Ende, bin ich dann doch wohl ein wenig herrhundig und jage dann mal dem Stöckchen nach, Regeln und Awardanstand brechend, wie stets. Auf gehts:

1.)Welches Buch empfehlen Sie mir?

Meines, das irgendwann in Scheißsteinreichselbstverlagszeiten herauskommen wird.

2.)Was halten Sie von Meister Eckkart?

Meister Nadelöhr, der Geschichtenerzähler, hat mich mehr geprägt. Aber meine innere Ackerdame ist  ja zum Glück immernoch lernfähig.

3.)Wie lautet Ihre Lieblingslosung?

Pardöngsche, die Frage müßte lauten: Welche Form hat Ihre Lieblingslosung? Eindeutig die kleinen Rehkügelchen, die wirken so niedlich und gar nicht schmutzig.

4.)Welches Obst essen Sie am liebsten?

Zu jeder Zeit ein anderes, je nachdem, was es gerade gibt. Im Moment Zwizwazwetschgen und Blaulilaprallknalltrauben.

5.)In welches Land möchten Sie reisen, das Sie noch nicht kennen?

Herr Ärmel seinen Famosbildern sey dank: Montenegro.

6.)Warum essen die Deutschen soviel Schokolade?

Keine Ahnung, an mir liegts nicht, ich leide unter der seltenen Schokoladeintoleranz. Manifestiert sich in verächtlichem Schnauben, wenn mir sowas unter die Nase gehalten wird. Hammse keen Leberwurschtbrot oder ’ne Käsestulle? Mit Sauergurke obendrauf?

7.)Wie heißt Ihr Lieblingsmusikstück?

Ihr Lieblingsmusikstück? Eines? Ich muß doch sehrst bitten…

8.)Was bringt Ihnen am Bloggen die meiste Freude?

Wenn ich andere murmeligkringeligfroh oder tröstekullernwarmweich machen kann.

9.)Welches wäre Ihnen das liebste Haustier?

Ohne meine Wollmäuse wär’s nicht so kuscheliggemütlichnatürlich. Kwatsch, eines Tages wird ein Hund an meiner Seite seyn. Er hat mich bis dato noch nicht gefunden. Ich kann warten.

10.)Wie lautet Ihr Lieblingswitz?

Ich kenne kaum und erzähle nie Witze.

11.)Weshalb sind Sie glücklich?

Weil ich leidlich gesund bin, in Frieden leben darf, ein Tagwerk habe, was ich inniglich liebe, dadurch genug zum Leben habe und geliebt werde. Und durch die Erkenntnis, daß immer irgendwo die Sonne scheint.

So, das hat kaum wehgetan. Ich mißachte auch die Neuernennung weiterer Stöckchenholmüsser, schmeiße allerdings gern nochmal meine einstigen Fragen in die Runde, vielleicht mag jemand aus der neufolgenden Leserschaft sich bedienen. Bittefein:

1. Ab wieviel gelesenen Einträgen folgen Sie anderen Wortkreatören/ Wortkapriziösen?

2. Ab wann tackern Sie die in Ihre Lieblinksliste ein?

3. Wie lange bleiben Sie denen treu, die im Bloglesebefehlsknecht sehr lange nicht auftauchen?

4. Besuchen Sie ruhende Blogs und hinterlegen Sie Grüße?

5. Wieviel Ihrer Lieblieblingsblogschreiber würden Sie sofort auf ein Bierchen treffen wollen?

6. Haben Sie schonmal einen Blog komplett nachgelesen, auch über Jahre hinweg, weil Sie so angetan waren?

7. Gibt es Blogs, die sie zwar gernst besuchen, sich da aber noch nicht bemerkbar gemacht haben?

8. Aus welchen Gründen?

9. Sind Sie nur bei WordPress lesend unterwegs oder besuchen Sie auch Blogs anderer Plattformanbieter?

10. Haben Sie eigentlich soviel Zeit für diese Blogblogfragerunde und was hätten Sie jetzt eigentlich lieber getan?

11. Würden Sie eine Blogfestivität besuchen, wenn Sie eingeladen werden würden?

Verwegene Verse XXIII

Ich treffe jedes Jahr einen einnehmenden Herrn,

den habe ich immer sehr kuschelraschelig gern.

Manchmal erschreckt mich sein Hinundhergehabe,

denn er kündet von Vergehen, wenn auch erst vage.

Doch erst wirft er sich warmbuntgeckig in die Brust,

Verschafft mir somit  purpurwangenhitzige Lust.

Und wenn ich dann wildbusenwogendbebig sage:

Verzeihen Sie bitte, daß ich so offenmiedrig frage…

Unterbricht er, kastanienmaronenblickschenkend,

sanft ermahnend, wohlsittsamwortbedenkend:

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Liebes Fräulein, wenn Sie die Replik gestatten:

Oh nein, ich will Sie mitnichten begatten!

Mir reicht eine Wangenrötung zur Genüge,

ernte doch äußerst selten dafür eine Rüge.

Verteile gern meine Früchte, die reifplatzen,

vernehme lächelnd Süßfleischschmatzen.

Traubesüß, Apfelknack oder Pflaumenmuserey,

ein jeder ist doch gernstsinnlich dabei,

wenn ich mich kwietschbuntlüstern austobe.

Erlauben Sie mir einen Saftigkuß, so zur Probe?

Sie werden bald spüren, wie sinnlich ich schmecke

und wollen verweilen an meinem Üppiggedecke.

Kosten Sie mich aus und saugen Sie feste,

denn erst zum Schluß kommt dann das Beste:

Mein prächtiges Aufbäumen wird Sie ermatten,

Ihnen eine wohlverdiente Ruhe zugestatten.

Mein Name? Man nennt mich oft Spätjahr.

Auch Spätling. Noch öfter Herbst gar.

Ich bleibe treu Ihnen, meine Rotwangenmaid,

um Jahresfrist bin dann ich wieder soweit,

Ihnen mein Prachtprallfüllhorn zu offerieren,

doch erst werden Sie ein Weilchen frieren,

dann erblühen, Hitze auftanken und dann,

dann schlage ich Sie wieder in meinen Bann.

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Lämmerschwanzherzklopfig kann ich erstmalig Verlauschlappung eines Verwegenen Verses verkünden! Ein zu Recht bislang auf allen Brettern, die die Welt bedeuten, unbekanntes Duo namens HuchHach war erpressbar genug, sich diesem Zungenknotenkauderwelsch zu stellen. Frau Huch ist schnell identifiziert, doch wer ist der maronenrauchhagebuttentimbrierende Herr Hach? Und nein, der Liebstlieblingsfamosgeselle ist es nicht. Auch wurden Herrn Hach moderate Textveränderungen gestattet, des besseren Sprachflusses wegen. Wer ihn entlarvblättert, erhält eine Verhachung der bonfortionösesten Art. Bittefein, die Verwegenen Verse XXIII, gehuchhauchthacht vom Duo HuchHach:

Floraveloradelglücksglucksnotate

∗ Der Herr, der sich eine Verbeugung andeutend die Schiebermütze vom Kopfe zieht und sie lachend schwenkt, als ich vorbeisause.

∗ Die nacheinanderigen und doch sich vermischenden Gerüche von Frischbackwaren, Verwursterey, Herbstblattermattung, Milcheiszuckersüß und Bachmurmelwasserfrisch.

∗ Der Gegenwind, der sich als Liftingboy versucht, indem er mir die Mundwinkel unaufhörlich ohrwärts zieht.

∗ Die immermehrige Keckheit, lang und länger die Arme seitwärts zu heben und das Velo allein mit Körperbalance zu lenken.

∗ Das zugerufene Fliegengelchenflieg aus dem runtergekurbelten Fenster eines extra tempoangepaßten Automobils.

∗ Das Gibmirfünfabklatschen mit dem den Radweg säumenden Gesträuch, die Wildrose habe ich gerade noch rechtzeitig erkannt.

∗ Die immer wieder freundlichen Gesichter und Grußerwiderungen, wenn ich meine Schönsttagbewünschung lauthals in die Gegend rufe.

∗ Der kribbelige Moment, wenn ich zum Fliegengelchenflieggefahre mir auch noch wage, die Lider zu senken und freiblindfliege. Einzwodreisekündchen, länger und länger.

Landlebenveridyllisierungsspanky

Landveridyllisierungsspanky

Er wäre der Fakebäuerin am liebsten auf das blütenweiße Schört, welches sich so prächtig wölbt, gesprungen,  dieser Spanky. Er schaffte es aber nur auf den gleichmäßig sonnengebräunten Arm. Oder ist das wohl erworbener Arbeitsdreck, wie es mir als Ackerdame eigentlich bekannt ist, nur besonders harmonisch verteilt? Ach nee, da spricht ja das Strahleschört dagegen. Und diese friedliche Zusammenliegerey mit dem Bilderbuchrind. Hach, was ist das Landleben famos! Da liegt die Schöne im Grase, weich gebettet auf den Fladen der Hinterlassenschaften ihrer Busenfreundin und träumt sich in das Land, wo Milch und Honig fließen… Moment, da isse doch schon. Schnitt. Nochmal von vorn: Da liegt die Schöne im Grase, weich gebettet auf den Fladen der Hinterlassenschaften ihrer Busenfreundin und träumt sich zum Knechte hin, der im Strohe auf sie wartet, starkarmig und potent, wie es nur die Prachtbengel vom Lande… Mist, zu sexistisch. Schnitt. Die Werbung soll ja auch Kinder ansprechen. Dafür könnte man ja die Kuh lila anmalen. Achso, das gibt es schon! Mist. Lassen wir weitere Textversuche. Wir schreiben einfach: ‚Wir sind zufrieden mit unserer Milch. Seien Sie es auch.‘ drauf und gut ist. Darauf ein Glas Milch! Prost, Spanky. Iiiieeehhh, die Milch ist ja sowas von sauer…

Von der Fähigkeit des Igels, sich nicht selbst zu verletzen

Er mag ja so gar nicht im Mittelpunkte stehen. Will in Ruhe seinen Igelgeschäftigkeiten nachgehen, ein wenig rumfauchmosern ab und zu, bißchen Laubgewühle und vor allem ein feinstilles Plätzchen, was ganz ihm gehört. Ich teile meine Äpfel mit ihm und manchmal ein Ei. Biete verschiedentliche Wintermuckelquartiere an, indem ich auf Zweiglaubpingeligkeit pfeife und dulde feinstlächelnd sein nächtliches Gebelfer, wenn er liebeshungrig ist. Dieses Jahr haben wir Dreiigelnachwuchsigkeit, das Gebelfer war offensichtlich erfolgreich. So weite ich das mögliche Revier aus und häufe in bisher unbeigelsiedelten Gartenecken Laubhaufen an. Und siehe da, Interesse besteht. Ein Igelkind schien mir zu folgen. Natürlich konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, die Stacheligkeit zu überprüfen und stubste es sachte an. Ein Wimpernschlag nur und aus Neugierigel ward Wehrhaftkugel. Perfekter Schutz, so will mir meinen. Doch wie schafft er es, sich nicht selbst wehzutun? Wenn ich meine Stacheln ausfahre, aus Schutz vor angetragener Verletzung, bereite ich mir immer selbst auch Bewundung zu, allein weil ich mich so einigele. Ich sitze und sinniere, da zeigt mir das Igelkind eine Alternative: Locker machen, einfach mal auf die Hinterbeine stellen und der Welt den verlängerten Rücken zukehren. Ganz schön schlau, so ein Igel.