bittemito

Monat: November, 2014

Wirliebenkurvenspanky

Seit Tagen gurkt ein Transporter durchs Provinzstädtchen und wirbt mit dem selten dämlichen „Wir lieben Kurven!“-Spruch und einer selbige haltungstechnisch herausstellenden Schönen. Beworben wird ein Transportunternehmen. Spanky rappelte sogleich in seinem taschigen Immerdabeiversteck, allein er mußte sich gedulden. Dann gelang uns in einer Nachtundnebelaktion erfolgreich, Spanky zu entsenden. Ich präsentiere: Die Dokumentation der Dokumentation. Bittefein:

Kurvenspanky

Verwegene Verse XXV Hr.Hund & Frl. Schneefeld Version

Letzthin in den Kommentaren entstand spontan ein Verwegener Vers für Herrn Hund. Da soll er nicht allein bleiben, sondern auf das Bonfortionösprojekt kann manschrägstrichfrau nicht oft genug  hinweisen. Hier lesen Sie Einzelheiten und wie Sie helfen können, daß dies kein Schokolädchenbuchstabenträumchen bleibt. Weil ich an dieses Herzensprojekt glaube, werfe ich mal eine meiner Musenmaiden in die Waagschale: Jeder Hunderteurospender bekommt von mir einen eigenen Verwegenen Vers. Ja, nur einen Hunny für eine echte Knoblochinnige Verwegenverversung. Fast geschenkt. Geschenktiger, Pardöngsche, geschenktischer ist nur das Feinsthandnotatversprechen dieser Verwegenen Verse:

 

Ich kennmag da einen Herrn namens Hund,

der macht mich oft augenstaunkugelrund.

An seiner Seite ein kapriziöses Mägdelein,

sowas kann nur ein Famosliebpärchen seyn.

Ein eigener Laden, so ganz schokoverwegen,

der soll Naschereylesegutliebhaber bewegen,

ihnen zur Seite zu stehen und viele Moneten,

(Tja, auch da ist halt Mammon vonnöten!)

zu spenden von Herzen und so zu teilen,

um später in einem Feinladen zu verweilen,

nur zu einem Feinzweck, der einen Option:

der Verführungsbuchschokoladenrevolution!

Nun beginnen so Revolutionen ja im kleinen,

nicht lautrebellierend, wie wir immer meinen.

Verführung kommt oft stillzartsachtleise daher.

Wir lesen oft stille und wohl nicht von ungefähr,

schließt das Naschen auch eine Feinwortstille ein.

Oft mag nur ein seeliges Seufzen zu hören seyn.

So seufzen hören möchte ich diese Zwobeiden,

doch dafür läßt es sich wohl nicht vermeiden,

vorher ordentlich Krachgelärmgetöse zu machen,

wie das so ist bei allen den Beglückereysachen:

Wer seufzen will, muß es erst krachen lassen,

dann werden auch die Schokoseufzer passen…

Das Krachlärmgetöse, ich bitte um Handgeklicker

und hoffe auf ausreichend Monetenwechseltrigger.

Jetzt seufze ich erstmal stillwortverkaufsverlegen.

Mein erstes Mal? Mitnichten, ich kann es belegen

Treugefährtenabgesang

Nun haben wir ihn verhökert. Teile von ihm werden anderstkontinentend weiter ihren Dienst tun. Mir bleiben nur ein paar Kopien und ich sentimentales Bullyliebchen, ich flenne wegen Kürzeln, Fragmenten und Zahlen: 70X02C, 283599, 〈1/min〉 777; 776; 774; 775, ach, wäre er nur ein Transportmittel gewesen! Er war Lebensretter, Nächtequerer, Ampelverlacher, Umzugshelfer, Letzttrostspender, Neulebverkünder, Schlafstattbereiter, Festivitätsbegleiter, Silversurferbühne, Stadteroberer, Landflüchter, Abschlepper und so vieles mehr, als AC 714, 2810, 〈°C〉 85 i.O. # und was da noch so alles papierend mich erschauern läßt. Albern vielleicht, doch naheliegend der Freugedanke an dieses eine gemeinsame Bild. Was für ein Glück, damals zu schnell gefahren zu seyn. Ein einziges Mal und ich habe es aufbewahrt, diese Blitzdingsbild. Danke, mein treuer Gefährte, mögen dir deine nächsten Nutznießer wenigstens ansatzweise so kleinstteilig gewogen seyn, wie ich es dir im Ganzen war. Adieu, treuer Bully, ich danke dir.

Bully ade.

Entscheidungsfindungsfeldgeschichte

Wann die endgültige Entscheidung fiel, fragst du mich? Da muß ich nicht nachdenken, er hat sich mir verinnerlicht, dieser Moment, da auf dem Acker, unterm immer Friedvollblick des Spiegelmondbruders, der sich gerade mal wieder davonmachte, sich im ewigen Keislauf ausdünnnte für unseren Blick ja nur. Da, auf schwarzfeuchtmodriger Erde in kristallklarer Kaltnacht zwischen den letzten Grünbrennesseln, die durch die dünnen Strümpfe hindurch mich brennend wachgeküßt, dort fiel die endgültige Entscheidung. Es war ein Fastvierundzwanzigstundentag, der mich schwach und unaufmerksam machte und einen Abriß der letzten zehnzwölf Jahre in sich barg. Wo das elfte festgeschrieben, fragst du mich. Das weiß ich nicht, das war das Fastganzjahr, in dem ich kokonig ruhte. Das hat jemand anderes für mich gelebt. Doch nun lag ich da, auf kalter Ackerkrume, deren Nässe mir langsam in die Gewänder schlich, sah auf in das friedliche Sternengefunkel und hatte keine Ängste mehr. Spürte den Schmerzen nach, der rechte Ellenbogen summte mir ein Lied vom ewigen Leid, was in jedem Menschenkinde wohnt, Schulter und Bein pulsierten im Rhythmus des warmen Blutes, noch keinen Stillstand versprechend. Ich nahm auch die schwere Last des Rades auf meiner Brust wahr und fühlte am Hals die metallne Spitze des Bremshebels. Die heiße Wärme des Alkohols, denn ich hatte mit meinen Freunden zuvor gezecht, sie ließ langsam nach. Nun, gezecht ist nicht das richtige Wort, wir stritten und diskutierten und weinlachten und bauten die schönsten Luftschlösser, nur um sie gleich Seifenblasen sofort wieder platzen zu lassen. Und tranken Wein. Zuviel, dachte ich da liegend, auf dem Acker, dem mich haltenden. Doch nicht Bedauern und Resignation füllten die Gefäße, die der wärmende Alkohol bislang besetzte, sondern eine unbändige Lebensfreude und Lust und ein Mut, größer als ich ihn je fühlte, ließ mich bärenkräftig werden. Die Schmerzen schlichtweg ignorierend schob ich mit Leichthand das Altrad von mir, erhob mich und auch das Rad und zerrte es runter vom Acker, zurück auf den im Mondlicht silberig schimmernden Weg. Blickte noch einmal auf die Stelle zurück, auf der ich zum Sturze kam, doch die hatte schon die Schwärze der Nacht aufgesogen. Auf einmal fügten sich Herz, Bauch und Kopf zu der einzig möglichen Einigkeit. Und das war der Augenblick, in dem ich mich entschied: Es war Zeit, weiterzugehen.

Gepäckstückgesichtgedicht

Der famose Herr Ärmel ist ein phantastischer Bildmuserich. Seine Bilder sprechen ja immer für sich, aber manchmal, da sprechen sie auch eine ganz eigene Sprache. Wie hier, in diesem Bilde, welches ich mir freundlicherweise liebstehlen durfte:

© Herr Ärmel fotografieundtext.wordpress.com

Wenn Menschen verreisen, so in die Ferne,

dann nehmen sie Koffer mit doch sehr gerne.

Auch Taschen, Tüten, sogar Bündel fahr’n mit,

was dieses Feinstbild ja beweist und somit

auch das Eigenleben des Reisegepäcks.

Ja, da schauen Sie plötzlich perplex!

Guggen Sie mal genauer die Koffer an:

Der metallne, der frei lächeln kann,

da links oben, trägt nur ein Bündel.

Hockt weich, geborgen wie ein Mündel.

Der Einstockwerktieferkopfkrawummste

auf den die restliche Last plumpste,

schaut hingegen etwas schiefermaulig

vielleicht riechts aus der Taschen faulig,

die unter ihm so zusammengepresst.

Und noch was mich aufmerken läßt!

Der Dunkelrotrüberlinser von nebenan,

der hat doch sicher einen listigen Plan.

Dem Lächelkoffer den Platz zu klauen,

würde er sonst so listlinsig schauen?

Und dann ist da noch der dritte dabei,

da angstvollstaunend, in Reihe Zwei

der Zwotetagigblaukoffer, der denkt:

Scheißreisen! Von mir aus geschenkt!

Wie war es doch beschaulichschön,

auf dem Schranke nur rumzustehen,

 Wollmäuse und Staubflusen  zu horten.

Dieses doofe  Gekutsche zu Fremdorten

und immer dieser Zoll!

Ich hege Groll!

Keinen Groll hegt ein anderes Feinstgesichtchen im Haus am Ende des Weges: Mein ehemaliges Zigarettenschatzkästchen. Hat mich lange treu begleitet und ist mir offensichtlich auch frühberentet wohlgesonnen:

Kästchengesicht