bittemito

Monat: Dezember, 2014

Knoblochbohnentopfkochkoller

Hast du je mit weichfederndem Handgelenkschwung die zarten Brotkrumen vom Holzbrett in den Topf gestrichen? Wissend gelächelt, daß sie der Suppe feinstletzte Beigabe sind? Und hast du dabei nochmal alle zuvor zerschnittenen, gewürfelten und gehackten Zutatenfeinstduftnotate naswärts aufgenommen, die nun vollendet abgerundet in sanften Schwaden durch die Kochwerkstatt ziehen? Das Brett dient noch einmal als Würzkatalysator, die Krumen und bald auch du danken es ihm. Denn zuvor hast du:

Bohnen geschnippelschnappelt, Kartoffeln kringelgeschält und gewürfelt, Zwiebeln behutsam enthäutet und geschnitten, Sellerie geschnitzt, Möhrchen geringelpiezt und scheibiert, Lauchscheibchen runtergemessert, Rauchspeck, ah, Rauchspeck mit Glänzflinkfingern in kleine Würfel geteilt, dicke Handvoll Protzprachtgrünpetersilie gehackt, Brotlaib runtergeschnitten, innig in den passenden Gewürzgläsern dich bedient und nicht zu vergessen: Brühe feinwürzig hochgequirlt. Hast du?

Dann, mein Freund, verstehst du, warum ich jetzt knoblochbohnentopfkochkollerös bin.

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Verwegene Verse XXVI Frau Karin Version

Nun ist es geschehn, einfach so ist es passiert.

Hab mich wortmetzig verdingt ganz unblasiert.

Tat es mit voller Lust, Hingabe und Leidenschaft,

vergaß, daß ich es für schnöden Mammon gemacht.

Für Moneten, die mitnichten bei mir verblieben,

nein, ich habe es ja schonmal hier aufgeschrieben:

Wer Fräulein Schneefeld und den Herrn Hund ,

(Ich mag die gut leiden, das tue ich gerne kund!)

unterstützt mit einem grünen Hunderterschein,

der soll von mir beverwegenversschmiedet sein.

Eine ganz famose Wortkapriziöse fand das klasse.

Ihr Lieben, erhebt eure Feinstschokoladentasse

auf Frau Karin, die immer so schöne Worte findet

und versteckt Lyrik, Poesie und Musik verkündet.

Ihr Gedankengehüpfe ist ein Kunstwerk für sich

und nein, ich rotflammschäme mich niemalsnich,

die Verse an diese fabelhafte Frau zu verkaufen,

ich könnte ewig silbensiebenstiefelmeilig laufen

um der Bewohlwortung, dem Esprit und dem Geist

zu huldigen, den sie so oft wortwärts mir erweist.

Scheut euch nicht, den Zugang feinlieb zu erbitten,

doch erwartet nicht Flachwitz oder gar Quitten*.

Sie ist auf ganz andere Art verwegenvergnüglich,

ich verfiel ihr schneckchenliebend unverzüglich,

als diese gemeinsame Famosliebe ich entdeckte

und sie mich herrärmelvernarrtfeinwortneckte.

Spätestens beim Bild, das ich von ihr sehen durfte,

(während ich gleichzeitig auf ihrer Seite rumkurvte)

war es um meine Versjungfräulichkeit geschehen.

Liebe Frau Karin, ich muß Ihnen nun gestehen:

Sie sind ein Kracher, ein Schätzchen, ein Sündenfall!

Und ich verkünde es gernst jubilierend allüberall,

daß diese meine Verse an Sie warmmurmelig sind.

Knallkrachknutschend sende ich Wortküsse Ihnen

und ja, jeden sanftrotgeschwungenen Sie verdienen.

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*Und für alle die Quitten nicht mögen,

möchte ich hier ein T hinterlögen.

Hinterlegen, meinte ich natürell,

ach, ich tippte wieder zu schnell!

Vierhundertzwölftausend

Mitnichten ein Zahlenmensch und doch freue ich mich über eine Vierhundert, die mir zufällig in die Pupillen krawummste. Dermaßen angetan, wanderte der Blick weiter und wurde großäugigstaunfreudigrund. Sah eine Zahl, die dort noch gar nicht stand, aber so unfassbar viel Zuneigung, Verständnis, Anregung und Begutwortung enthielt, Achtung und sanftes Tadeln, daß mir mein Herz just überquoll und ich nicht anders als Danke sagen kann. Danke dafür, daß ihr alle mir geholfen habt, meine Sprache wiederzufinden, dieses ist mein vierhundertster Eintrag und Danke, daß ihr es mir mit Worten bekundet habt, denn Bittemito erhält wahrscheinlich noch heute den zwölftausendste Kommentar. Was in mir purzelbaumt, es ist pure, reine, kindliche Freude, manchmal darf man auch Zahlen erzählen. Danke an euch alle, Ihr Silbersilbenspitzenballerinas, ihr Grandioserzählwortgesellen, ihr Wunderwortmaiden und Erklärerzählbären! Ihr seid einfach buntbuchstabenbonfortionös! Ich halte jetzt die Klickerdiklackfingerchen fest, will ja nicht selbst die Zwölftausendste sein und schlage einfach noch ein paar Flipflopflippigfreudenrädchen…

Dezemberfrostpusteblumenpuschel

Ein Narr, wer denkt, er hätte jemals alles gesehen, womit die Natur uns zu verblüffen vermag. Letzthin stand ich fröstelnd im Morgenerwachen im Dezemberrauhreif und bestaunpupillte diese Schönheit:

Eisblume

Auf der Wildwiese beim Haus am Ende des Weges blühte eine wahre Eisblume. Ich habe aus der warmen Stube ihr im Entsetzen erstarrtes Gesichtchen gesehen und mußte eilen, es festzuhalten. Stand barbeinig vor ihr und lichtbilderte mit klammen Fingern. Und als ob ihr kaltes Staunen mich überkam, hügelchenwellte Gänsehaut über meine Waden.

Eisblume, entsetzt

Kicherklickerdiklackköstlichkeiten

So schreibe ich am zwotliebsten: Ein die Kehle hinaufrollendes Lachen läßt meine Fingerkuppen immer schneller über die Tastatur rasen. Ich las Fremdfreundworte und formuliere eine Replik. Das erste augenbetränende Schalllachen, das genoß ich ganz für mich. Doch diese Töne, dieses Glücksgekoller und Jubiliergejapse, sie wollen zurückgegeben seyn. Es ist als ob das Lachen direkt erwidert werden will. Durch antwortende Lachtränentreiberey. Immer wieder kullert mir ein Glucksen durch den Leib in die huschenden Fingerspitzen, erscheint zwischen den Silbensträngen am Monitor und zwinkert beim Absenden nochmal spitzbübisch mir zu. Die meisten Fehler schleichen sich ins Gehusche des Lachkollertippens ein. Aufjuchzend korrigiere ich jeden den ich kontrolllesend entdecke, sie künden ja von meiner absoluten Hingabe beim Überschallfingerflug über die Tastatur beim Verfassen. Mancher Fehler will gar nicht korrigiert werden, ergab sich doch mit dem hingekicherten Silbenkonstrukt ein ganz neuer, viel tieferer Sinn. Und dann lese ich nochmal Lachanstoß und Lachreplik im trauter Zwosamkeit und es schüttelt mich erneutes Gekollere, bis das Augenwasser wieder steigt und ich aufspringen muß, weil ich meine, in tausende von Silberklinglachperlen zu zerschellen.  So, ja so, schreibe ich am zwotliebsten.