bittemito

Monat: Januar, 2015

Elfseltenefamoslzfragen

Der hochverehrte Versteckte stellte interessante Fragen, deren Beantwortung ich mich keineswegs entziehen konnte und wollte. Flugs ein Zeitfensterchen genutzt und den Fragenstapel umgeschichtet:

1• bestücke einen Koffer mit 11 Dingen für eine 11 tägige Reise.

1 zwote Garnitur Unterwäsche, 1 zwotes Paar Socken, 1 Langkleid, 1 Kurzkleid, 1 Edelstola, 1 Polarfleecestola, die Kulturtasche, 1 Tube Reisewaschmittel, meine Adressundtelephonnummernkladde, die kleine Schreibkladde und das Ausweisundkartenledertäschchen.

2• welche 3 Bücher würdest du ohne Zweifel empfehlen?

Schiffbruch mit Tiger, Malevil, Garp

3• wenn das Glück in Bildern darstellbar wäre
welche würdest du wählen?

Hier nur ein miniminimaler Einblick in die Fülle meines Bildglücksfundus (Und das sind nur die geschnappschussten, die Glückswortbilder in mir sind noch schöner! :

4• was unterscheidet sich für dich zwischen Zufall und Schicksal?

Zufälle gibt es für mich nicht, genauso wenig wie Schicksal. Von daher: Kein Unterschied. Alles Handeln ist selbstbestimmt und kommt zu mir zurück, natürlich mit Einwirkung von anderen Menschenkindern, dennoch weder zufällig, noch schicksalsträchtig. Du und ich, wir sind verbunden und eigenverantwortlich für unser Tun.

5• du kannst mehr Zeit bekommen im Tausch gegen::

Noch mehr Zeit? Ich bin doch schon so reich an Sekunden, Tagen, Jahren. Und was söllte ich eintauschen dagegen? Es wäre ja dann ebenso Zeit schlußendlich. Arg ist mir die Zeit, die ich durch böse Dummheit, Ignoranz und Behördensturheit verschwende, nicht anderweitig sinnvoll einsetzbar ist sie. Diese Zeit möchte ich gern  intensiver nutzen, aber mehr muß sie nicht werden.

6• glaubst du an das Unmögliche und wie könnte es beschrieben werden?

Das Unmögliche ist im schillernden libelligen Flügelschlag, im kraftvollen klangkaskadigem Jubel der Lerche, im Neigen der raunenden Gräser, im Reifen des rotbäckigen Apfels, in der unsichtbaren Stärke des Myzels im duftenden Waldboden und im Ewigkieselgekoller an singenden Gestaden. Es ist im Sprung der Grashüpfer, im Einzigartigmuster des Eiskristalls, im schweren Gebrumm der Hummel und im Umwerfendzartduft des winzigen Veilchens. Das Unmögliche ist in der perfekten Harmonie des Tango tanzenden Paares genauso wie in augenwassernder Photographie, es wohnt in Zauberreimen und in Melodieen, die durch das Herz man vernimmt. Es balanciert auf Seilen oder tanzt weißröckig Spitze, es macht Kwatsch und lacht, bis es weint oder schallt als Echo zurück. Und manchmal, da ruht es einfach in einem anderen Augenblick, das Unmögliche, das immer möglich ist.

7• welchen Sinn macht für dich Philosophie?

Genau diesem Unmöglichen andere Namen zu finden.

8• du könntest nicht die Welt retten aber 3 Möglichkeiten hast du dennoch. Nenne sie.

Ich ließe sämtliche Waffen vernichten, würde Besitz abschaffen und bäte alle Religionen, sich an einen Tisch zu setzen. Naiv, ich weiß, aber wenn etwas aussichtlos erscheint, ist kindliche Unbedarftheit manchmal nicht die schlechteste Wahl.

9• es werden Personen gesucht für eine BrainReise ins Jahr 3050. Ausgang ungewiss.
Würdest du daran teilnehmen?

Nein. Mein Brain bleibt bei mir in meiner Zeit.

10• nenne 3 Begriffe/ Bereiche die dein Denken durcheinander bringen.

Politik, Überraschungen jedweder Art und alle Formen von Kunst.

11• was würdest du nie tun?

Mein eigenständiges Denken und Hinterfragen aufgeben, aufhören, an die Kraft der Liebe zu glauben und die Natur als wertvolles Geschenk anzusehen.

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Ein ragnarökisches Sinnen, traumwärts vernommen

Harre ruhig noch ein Weilchen bei mir aus, mein graustaubmüder Krieger. Wie willst du so abgekämpft denn neue Welten erobern dir? Laß deinen Wunden die Zeit, die sie brauchen, um weißliniennarbig zu werden. Meine Hände sollen heilende sein, ich will sie auf deiner heißen Haut kühlend ihre Sanftdruckwohltaten vollbringen lassen. Mein Daunenweichhaar soll deinen Unstetflackerblick bevorhangen, wenn ich mich über dich beuge um mit warmnektarischen Lippen dein heiseres Stammeln verstummen zu lassen. Ich küsse dir die die Schlüsselblätter, bis jede Pforte mir zu dir sich öffnet. Leg deine Waffen zur Seite, die müden Arme können sich auf meinen Sanfthügelhüften zur Ruhe legen und deine Hände, sie haben doch schon so lange die tröstlichen sanddünigen Rundungen meines Körpers vermißt. Fühle, wie sich mein Athem unter deinen rauhen Händen tuchwebend verdichtet und wie eine Stola aus Blütenstaubfäden deine entblößte Seele umfängt. Lausche dem Geflüsterregen, der wie eine uralte Mär aus meiner Kehle warmlachperlig in deine lärmversehrten Ohren tropft und dich durchdringt, die innere Eisigkeit durch die Poren zu transpirieren. Spüre die Willigkeit meiner Muskeln, sich auf ganz andere Kämpfe einzulassen, als du sie gewohnt. Vertraue der basaltischen Kraft meiner Knochen, sie können deine Schwerlast mittragen und entdecke mit jedem Einlassen auf meine Lieblichkeit, daß ich jetzt und hier vollens die deine bin. Dein Pendant, dein wanesische Zwilling, deine Heilung. Gib dich mir hin, mein  Asenheld, um meine Hingabe annehmen zu können, denn erst dann kann dein Zorn heiß in mir erlöschen und du wirst friedensgewillt ganz neue Welten als erobernswert erkennen.

Cyclamenwinterjungkätzchendufterinnerung

War es ein zeitiger Krachkaltherbstwinter oder ein spätschneebruchlenziger? Wahrscheinlicher erscheint mir in meiner Erinnerung der Herbst, denn die da geworfenen Kätzchen galten seit jeher als schwächlich und weniger lebensfähig. Erinnerungssicher, wie innenhäutig eintätowiert jedoch das Bild: Die fiependen Fellbündelchen mit ihren Nochzuaugenhügeln, wie hindrapiert auf frotteeigem Untergrund da zwischen Ominkels Alpenveilchen im Zwischenraum der Altdoppelfenster. Von außen drückte sich Schneeweißlast gegen das Kaltglas, vom eisigen Ostwind fensterbankig aufgetürmt, innen kroch Beschlag die Scheibe empor, der regelmäßig in den Frostklirrnächten zu schönsten Eisblumen erstarrte. Um ihre geliebten Cyclamen vor Kaltzugluft zu schützen, legte Ominkel winters immer Aussortierttücher an die Holzrahmen und ließ tagsüber die inneren Fensterflügel offen. Das hatte sich die Altkatze, Meutenführerin im Gehöft an der Biegung des Flußes, zunutzen gemacht und ihren Außerderreihewurf zwischen die Blumen gelegt. Um ein paar Tage später für immer zu verschwinden. Ließ uns diese drei Minieigenduplikate zurück. Was tun? Nicht überlebensfähig, so sprach der pragmatische Herr Papa. Meine flehenden Sturzbäche und Ominkels tadelndes Kopfschütteln konnten ihn umstimmen. Doch kein Geheule weiter, wenn es nicht gelänge, die Kitten am Leben zu halten. Die nächsten Tage und Wochen waren Ominkel und ich schwer beschäftigt. Mit kleinen Fläschchen, die einst Winzigbonbons, genannt Liebesperlen, enthielten und in deren Gumminuckel wir Löcher pieksten, zogen wir die Kätzchen von Hand auf. Zwei nutzten ihre Chance aufs Leben, eines ergab sich lieber in den Ewigschlaf. Nach einem Monat bekamen sie gehacktes Fleisch dazu und noch ein Zeitchen später siedelten wir sie stallwärts um. Die Bauernhofkatzenbande, inzwischen mit neuer Rudelführerin, akzeptierte die Neukitten und übernahm die Ausbildung zu Bravourösmäusefängern. Doch unsere menschliche Nähe suchten die zwei immer und waren die ersten Miezen, die von Gehöftkatzen auch zu Schmuseschnurrschätzchen wurden. Beim Schreiben dieser Worte meine ich ihn wieder wahrzunehmen, diesen Cyclamenwinterjungkätzchenduft. Meine Liebe zu Alpenveilchen, Katzen und der Winterjahreszeit habe ich bis heute behalten. Und zu Ominkel.

Viele Jahre später fand sich der passende Klangteppich zu meinen Empfindungen und mit ihm eine neue Allzeitliebe. Das Leben, es ist ein wundersames:

Ganzanderslichteiskristallglanz

Und wieder weicht der laute Frohkindlichjubel einem stummen Staunen ob dieser erhabenen Wintertuchruhe. Mit der Dämmerung senkt sich ein Licht auf die Weitflockenfelder, was nur in dieser Jahreszeit und so selten in dieser sachte geschwungenen Landschaft zu finden ist. Komm, Liebster, komm, wir müssen wieder nach draußen gehen. Dickbesohlt zerknirschen wir die sonst so ackerbraun und spärlichgrün betupften Wege, die Blick und Schritt gen Städtchen neigen. Tauchen hinein in dieses magische Licht, das sich wie stille Fingerzeige auf unsere Lippen legt und das Gemüth erwärmt, als beschiene uns aus unendlicher Ferne ein nie verlöschendes Feuer. Winterwundernde Baumsilhouetten strecken ihr Dunkelsehnen himmelwärts und mit ihnen weitet sich auch die Seele aus. Erste Kunstlichtkegel bündeln den mäandernen Blick und mit Tiefstathemzug kompaktiert man sich selbst. Kehrt zurück in das Hier und Jetzt, bis fast zum Rande gefüllt der Dankbarkeitspokal, den man wieder und wieder zu leeren bereit ist. Ein Schneepflug zivilisiert die Winterwildflockenstraße, statt Schneeknirschkulisse schmatzt gelaugter Pamps untersohlig. Komm, Liebster, komm, wir machen noch einen weiteren Weg durch den Park mitten in der Stadt, in dem weitere Baumwunder wohnen, die unser harren. Sie warten allzeitengefällig bereit, unsere Blicke weg vom Zuvieldioptriengeflimmer zu lenken. Und neuknirschschrittig kehrt auch das Ganzanderslicht zurück und schwappt trunkenmachend für einen kurzen Augenblick über den Rand.

Faktenstattfragenfamosstöckchen

Das entzückende Fräulein Meichy haute mir einen echten Knorren in den Vorgarten auf den Stöckchenberg. Und weil Selbstreflexion famos fetzt, nahm ich den gernst an. Sieben Fakten über mich, das Vergnüglichkeitsbeenebaumelgör freut sich schon über die geheimen Tatsachen, die es nun ausposaunonieren darf. Los gehts:

→ Ich habe genau einmal im Leben gestohlen. Als Junggör fuhr ich zweimal die Woche zum Bäcker, Brot für die ganze Sippe einzuholen. Einmal, mich unbeobachtet wähnend, friemelte ich ein Minischokotäfelchen, das schon halb unter der Glasscheibe hing, raus und steckte es ein. Die donnernde Abreibung der Bäckersfrau machte mich für immer zum Undieb.

→ Ich habe ein Ohrringlöchlein mit einem Blindgang. Der Anblick eines Punks mit einer Sicherheitsnadel im Lauschläppchen faszinierte mich. Beim Versuch, mir selbst eines zu stechen im zarten Alter von fümpfzehn Jahren, kippte ich um.  Der zwote, beherztere Anlauf gelang.

→ Ich bin zertifizierte Besamerin. Da ich ursprünglich eine Ackerdame und Viehdompteurin bin und Besamer dringend gesucht wurden, übernahm ich diesen Job. Ich war die jüngste im Kurs, noch nicht volljährig, aber ein Naturtalent. Moment, habe ich da nicht irgendwo einen Text angefangen hingekladdet…

→ Ich bin schonmal Dritte bei einem Misswettshirtevent geworden. Jaja, jung und geldbrauchen und so. Immerhin gewann ich da die Sympathie und Zuneigung eines Barbesitzers, der mir einen Job in derselbigen vermittelte. Hu, da fällt mir die Essensliftgeschichte ein, gleich Eckdaten kladdig notieren…

→ Ich habe bis unter die Schädeldecke zugekifft mal meinen damaligen besten Freund schier verprügelt, einen Fastzweimeterhünen. Er flüchtete aus meiner Wohnung, die ich dann eigenhändig rockstarlike verwüstete. Am nächsten Tag beschloß ich, mit dem Scheiß aufzuhören und habe es bis auf Minimalausnahmen geschafft.

→ Ich habe schonmal einen fremden Menschen für Sex bezahlt. Es war mir ein Bedürfnis, zu erfahren, was das für ein Gefühl ist, jemanden für Zärtlichkeitenaustausch zu bezahlen, wie es sich anfühlt, jemanden zu benutzen und wieviel Wahrheit dann noch der Sinnlichkeit innewohnt. Ich war positiv überrascht.

→ Hier stand etwas, was viel zu persönlich mir dann doch erschien und nicht angemessen einem öffentlichen Blogeintrag. Gut, doch immer selbst nochmal gegenzulesen. Statt dessen ergänze ich einen blogspezifischen Fakt für alle Neuleseäuglein, die ich gleichzeitig Herzlich Willkommen heiße und Danke für’s Fährteaufnehmen: Ich besterne nicht. Ein Wortlosmagich ist schlicht nicht meines und jedwedes eigentastaturisiertes Bravo! oder Pfui! ist mir hilfreicher als dieses Besternen. Ich hinterlege just mal ein paar Vorlagen, einfach kopieren und einfügen statt die Sterne vom Himmel holen zu wollen.

Bravo!Bravo!Bravo!Bravo!Bravo!

Bravo!Bravo!Bravo!Bravo!

Bravo!Bravo!Bravo!

Bravo!Bravo!

Bravo!

 Pfui!

Pfui!Pfui!

Pfui!Pfui!Pfui!

Pfui!Pfui!Pfui!Pfui!

Pfui!Pfui!Pfui!Pfui!Pfui!