Winterweihnachtswonnewegeerinnerungsnotat

von kaetheknobloch

Schnee hat sich stillfeinsttuchig über das Gelärme der Welt gelegt. In jedem Laternenstrahlumkehrkegel webglitzert es sterntalerig auf uns herab, ich kann nicht anders, tanze, lache, singe… Hebe mein Antlitz ihnen entgegen, mir ist, als könnte ich eine von ihnen sein. Ein feinzarter kostbarerer Kristall, zackenkantigglitzereigen und doch ein Abbild vom Großen und Ganzen. Unverwechselbar in vollkommener Schönheit und Harmonie. Wir laufen leisesohlenknirschig die Wege meiner Kindheit am sich schlängelnden Fluß entlang und während ich anfangs vergnügtplapperig immer neue aufquellende Erinnerungen beschreibe, wie die vom Winterrotwangenmädchen, wird mein Geplauder immer verhaltener inmitten dieses Weißwonnewunders. Ehrfurchtsvollstaunend ob dieser vom Himmel gefallenen Schönheit, deren Gleichmaß und Ruhe sich auf das eigene Gemüth überträgt, lasse ich mein Antlitz sachte von Kristallküssen kitzeln. Das Auge zerfließt einfach in dem weißschwarz der Umgebung und löscht die Grellheit der künstlichen Lichter, die modernlebig sich eingebrannt. Die wenigen, die dieses Flaniergewunder lichtmalerisch begleiten, sie sind Synapsensalbe. Und so reicht ein einziger Winterweihnachtsspaziergang sogar in der Erinnerung und ich bin wieder ganz die eine, heile.

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