Fabulösfürhildeakasarahfragen

von kaetheknobloch

Ein Tag kippt in die Dämmerung, an dem ich mich tatsächlich dem süßen Nichtstun ergab. Zumindest dem verentsagte, was ganz oben auf der Dringlichkeitsliste steht. Heute mal Ichichichsein. Dreieinhalb Schneeflocken täuschten morgens Winterigkeit an. Vielleicht kann ich ja den Winter herbeischreiben, indem ich Brennholzstöckchen aufschichte? Es hagelte Stöckchen, ach was, ganze Scheitberge zur Holzeinlagerung. Dieses hat mir die wundervolle Sarah Riedberger aka FürHilde in den Vorgarten gelegt. Als könnte ich dem Hochstapeln je widerstehen! Und los:

Wie viel Platz hat das Bloggen in deinem Alltag?

Es begleitet mich durch mein Tagwerk, im Haus am Ende des Weges bin ich weitestgehend blogabstinent, mit sowieheutigen Ausnahmen. Da stapeln sich die Kladden und angefangene Feinsthandnotate zum Pupillenbeschmeicheln anderer Menschenkinder.

Wie viele deiner Verwandten, Bekannten und Freunde setzen sich mit deinem Schreiben auseinander?

Etliche, manche stumm, manche erzählen mir darob und einige schreiben mir.

Wohin gehst du, wenn du traurig bist?

Zuvordererst in mich. Und trage dann mich und meine Traurigkeit am liebsten in den Lieblingszauberwald. Der hat mich noch immer untraurig gemacht. Was immer hilft, ist schreiben und da ist es schnurzegal, wo ich bin. Das geht überall, kladdig zumindest.

Wann ist die beste Zeit zum Schreiben?

Die beste Zeit zum Schreiben? Immer!

Wann hast du angefangen zu schreiben?

Im Vorschulalter. Ich habe Mama Löwenherz und Ominkel Liebesbriefe in Hieroglyphen geschrieben, in einer Sprache, die nur ihre liebenden Herzen entziffern konnten. Herr Papa wunderte sich darob, duldete es aber neidlos. Das erste Schuljahr war schwierig, die zu lernenden Buchstaben waren so anders als meine eigenen erfundenen. Die Worterfinderey ist mir dennoch geblieben, was natürlich bonfortionös ist.

Welche ist deine Lieblingsjahreszeit?

Ich bin ein Rotwangenwinterliebchen durch und durch. Frost, Klirrkrachkälte, Schneeschneeschnee, ich liebe es. Daß diese Himmelblauschneeleuchtschöntage so rar hier sind, dafür kann ja der Winter nichts. Inzwischen bin ich eichkaterig geworden und sammele meine raren Schneeaugennußküsschen ganz tief in mir drin, horte sie, um von dem Vorrat zu zehren.

Wirst du irgendwann aufhören zu schreiben?

Ich hoffe doch: nie!

In welcher Stadt fühlst du dich am wohlsten?

Stadt? Wohlfühlen? Das war einmal. Als Besuchsstadt ist mir  Dresden unter die Haut geflossen. Mal sehen, ob sich das durch die Ereignisse geändert hat. Dennoch fühle ich mich am wohlsten nur auf dem Lande. Ich kann primaschön alleine sein.

Was liefert dir die Rohstoffe aus denen am Ende ein Text entsteht?

Das pralle, buntschillernde, manchmal zum Schreien komische, oft wohlbefindliche, manchmal zum Heulen gräßliche, doch immer lebenswerte Sein. Die Dinge, die mich umgeben, die Menschen, die mir zugetan und sogar die, die mich fremdäugig anschauen. Die Kreaturen, die mich umgeben und die Flora. Und wenn ich in mich hineinlausche, vermag ich manchmal uralte Geschichten zu vernehmen. Sehe Gestade, die nie mein Auge erblickte, athme Luft, die längst andere Lungen füllte und dann immer wieder diese Musik…

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