Winterlichtdämmerungswichtigkeitswahrnehmung

von kaetheknobloch

Rotorangeleuchtend sendet die Februarsonne einen stillsinkenden Abendgruß übers Feld. Die stummkahlen Zweige der winterruhenden Bäume wirken karikalligraphiert. Das Spatzgeschilpe und die ersten Amselrichkrawalle versinken mit diesem frühen Warmsonnentag in blaugrauer Verharrtheit. Ein lichtes Lila schwebt überm Horizont, weit über dem Schwarzfeingeästel und kündet von weiterer Frostnachtigkeit. Der Himmel noch weiter hochdroben verblaut sich kurzzeitig und schmückt sich abendfunkelsternig. Es ist dieser kurze Moment, bevor die Dunkelheit über die Baumgerippe kippt und der Blick vergeblich nach den Resten der tagsüber wenigstens hauchweise versprochenen Wärme sucht. Dann rasselt der erste Rollladen durch die sonst so stille Nachbarschaft herunter und die eigene Nachtblickwehmut läßt mich dem Heizungsknecht ein weiteres Dreherchen angedeihen. Ein kurzes Schaudern, ein schnelles Eigenumarmungsreiben, dann erreicht mich das Gemurmel der Innenhauswärme. Ach, Februar, du Jahresanfangswurmfortsatz, ich könnte leicht auf dich verzichten, doch aus meinem Empfinden verbannen, das könnte ich wohl nie. Der nächste Blick aus dem Fenster, er verläuft sich im rabenschwarzigem Dunkel. Ein Topfgetöse ruft mich küchenschallig zurück ins Haus am Ende des Weges. Und rückwärtige Kochgehilfsdienste lenken den Blick zu dem, was jetzt wichtig ist…

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