bittemito

Monat: März, 2015

Wenn eigene Worte fehlen…

… tut es gut, woanders die richtigen zu lesen. Der geschätzte Herr Haase fand sie, unter anderem. Und trug weitere Meinungen zusammen: Der Medien-Absturz. Direkt verlinken möchte ich diese Liste von Lorenz Meyer, auf die Herr Haase ebenfalls hinwies.

https://i0.wp.com/www.sheng-fui.de/wp-content/uploads/2015/03/Flugzeugabsturz1.png

Mir bleibt nur noch ein Zitat anzuhängen, ebenfalls von Herrn Haase: „Angesichts der aktuellen Meldungen und Berichterstattung muss man um Worte ringen.“ Danke für Ihr Ringen und die Erlaubnis der Weiterverbreitung. Weil manchmal der eigene Wortkosmos zu klein ist…

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Trosttraumfraktaltränentrakturfragen

Welcher deiner Kummer will heute in dir geysirig steigen? Und welcher Alb traktal die Schleuse bedienen, die deine Trauer im Traume dich deltaig überschwemmen läßt? Fürchte dich nicht, denn heimatsalzig ist die innere Quelle und heilsam, spült hinweg den knirschenden Grübelsand der deine trockenen Augen kratzrot werden läßt. Mußt nicht bangen, dass du in dem Kummer ersäufst, fest ist der Grund unter deinen Füßen und zahlreich die Hände, die dir in Not entgegengestreckt. Nicht Mitleid macht dich augenwassernd, sondern dein Mitgefühl. Sie ist dir innenhäutig eintätowiert, diese Weherinnerung, wenn die Welt sich plötzlich überschlägt und du in einer angstschweißigen Denkschleife gefangen bist. Denn auch das Wissen um mögliche Heilung, um erneutes Einrasten der Zeit an genau der richtigen Stelle und dass ein Lied eines Vogels ausreicht, dir ein erstes zaghaftes Lächeln auf die blassen Wangen zu zeichnen oder der sanfte Gruß eines nickenden Veilchens; das trägst du tief in dir drin. Wenn der unsägliche Druck nachläßt, weil die Ventile sich ausreichend öffneten und deine Empfindungen wieder nach Gleichmaß gieren, dann schmeckst du erneut die Würze der Luft, die deine Lungen füllt und spürst die Wärme der Sonne auf deiner empfindlich gewordenen Salzwasserhaut. Welcher deiner kleinen Glücke bringt dir dann den Glanz deiner Augen zurück? Berührt die Trosttastatur, die deine Freude dich vielsinnig wieder wellentanzen läßt? Wie könntest du sie je alle benennen, die, die dein Wesen trostreich glückvoll machen? Oh, grübele nicht nach ihren Namen, denn einen tragen sie doch alle. Einen, der auch dir gegeben: Deinen, denjenigen, den du in dir trägst.

Mit der Bitte um Verständnis habe ich den letzten Beitrag mitsamt den Kommentaren auf privat eingestellt. Mich erreichte vorhin erst die Nachricht vom Absturz des Airbusses in Südfrankreich und da erscheint mir mein Rumgeplänkel am heutigen Tag schlichtweg unpassend. Mein Mitgefühl gilt allen Familien und Liebenden, die betroffen sind. Ich wünsche allen viel Kraft, mit der Situation umzugehen. Seien wir dankbar für dieses Leben, das uns gegeben und nutzen wir jeden Tag, es auszuleben. Es kann wirklich wimpernschlagigschnell vorbei sein.

Liedschlecht-Ohrschmerztexte Kübelkapitel II

In diesem Haus, wo ich wohn
Ist alles so gewohnt
So zum Kotzen vertraut
Mann, jeder Tag ist so gleich
Ich zieh Runden durch mein‘ Teich
Ich will nur noch hier raus
Ich brauch mehr Platz und frischen Wind
Ich muss schnell woanders hin
Sonst wachs ich hier fest
Ich mach ’nen Kopfsprung durch die Tür
Ich lass alles hinter mir
Hab was Großes im Visier
Ich komm nie zurück zu mir

Brrrrr, Brauner, möchte man rufen, wenn sich derley Liedschlecht in die Lauschläppchen kopfspringt. Vertrauen kotzig finden? Grenzwertig. Abhauen wollen, mehr Platz und frischen Wind suchen, das hingegen nachvollziehbar, doch nie mehr zurück zu sich kommen… uik. Was haste denn Großes im Visier, mein Junge? Klemmt die Helmklappvorrichtung wegen eines Riesenbrettes vorm Kopp? Oder findste vor lauter Korn deine dir näheste Kimme nich wieder? Achso, diese Schlumperdingshosen, die ihr Gelegenheitsgangster so knietief tragt, janee, is klar, ich verzichte auf Einzelheiten. Nur eines noch: Hätte ich einen eigenen Teich, ich wüßte wo ich liebend gern hineinkopfsprüngte und zwar täglich.

Es gibt nichts, was mich hält, Au Revoir
Vergesst, wer ich war
Vergesst meinen Nam’n
Es wird nie mehr sein, wie es war
Ich bin weg, Au Au
Au Au Au Revoir
Au Revoir
Au Revoir
Au Revoir

Au Au Auweia, reimt sich bessa, das is klaa, doch noch formidablablablaa reimt sich „Waaah!“. Ey, Alda, keine Sorge, deinen Nam’n habe ich schon längst vergessen. Wer warst du gleich nochmal? Ach, Mist, der mit dem nervigen Au Au Au. Ach, ich verstehe, der Kopfsprung durch die Türe in der ersten Strophe, ja nun, das erklärt das notorische Rumgeaue.

Auf Wiederseh’n? Auf kein‘
Ich hab meine Sachen gepackt, ich hau rein

Pardöngsche, hier muß ich sogar in die Strophe reingrätschen. Meine Fresse, was für ein Flachreim. Geht auf kein‘, ja was denn? Reim ja wohl an erster Stelle. Und wo willste denn reinhauen? Achso, in meine gequälten Lauschläppchen. Gratuliere, haste bravourös voll die Zwölf getroffen.

Sonst wird das für mich immer nur dieser Traum bleiben
Ich brauch Freiheit, ich geh auf Reisen
Ich mach alles das, was ich verpasst hab
Fahr mit ’nem Gummiboot bis nach Alaska
Ich spring in Singapur in das kalte Wasser

Prinzipiell prima. Reisen bildet nämlich. Aber was reimt sich auf nämlich? Genau. Und genauso finde ich diese Quälreimerei. Gut, mit genügend Nuschelunterstellung reimt sich bleibn auch auf Reisn und Alaska auf Wassa. Die Grundidee hingegen an sich ist nicht schlecht. In Alaska hört dich keiner singen und in Singapur versteht man den Kwatsch eh nicht.

Ich such das Weite und dann tank ich neue Kraft da
Ich seh Orte, von den‘ andere nie hörten
Ich fühl mich wie Humboldt oder Steve Irwin
Ich setz mich im Dschungel auf den Maya-Thron
Auf den Spuren von Messner, Indiana Jones
Der Phönix macht jetzt ’n Abflug
Au Revoir, meine Freunde, macht’s gut
Ich sag dem alten Leben Tschüss, Affe tot, Klappe zu
Wie die Kinder in Indien, ich mach ’n Schuh

Und munter wird weiter geradebrecht, der Zuhörer staunt ob der mutigen Zusammenklöppeley von Persönlichkeiten und dann einfach mal so noch ’ne Redensart verwechselbuchten, ey, Alda, voll Reschpekt! Das mit den indischen Kindern jedoch, ich weiß nicht, mir fadets ein wenig im Gebeiß. Meinste jetzt den Fehdeschuh oder willste dich als Billigstjobber verdingen? Mmmmh, ich bleibe ratlos zurück. Jetzt wäre ein Au Au Au angebracht, doch ich habe meinem Äffchen genügend Zucker gegeben und halte jetzt meine Klappe. Klappe zu, Affe tot.

Zaubernussteilenmusszitat

 „Findstes schee, musstes teilen…“, so tönte Ominkel sanfttadelnd, wenn ich mal wieder mit halbverstorbenem Gestrüpp oder schnell zartköpfchenhängenlassenden Wildblumen in Festklammerkinderhand zu ihr eilte. Findstes schee, musstes teilen. Daran hat sich nichts geändert, nur erfolgt das Teilen nicht mehr abrupfig. Die hamamelisischen Schönfindbilder, morgenstundnebelig beim Haus am Ende des Weges geschnappschusst teile ich gernst. Und wehe, irgendjemand möchte Hand- oder gar Motorsäge anlegen! Diese Zaubernuss teilte mir Sägeblattunverträglichkeit mit. Blickige Pupillenbeküsserey ist jedoch ausdrücklich erwünscht. Findstes schee, musstes teilen. Ja, immer noch, liebste Ominkel. Manches ändert sich eben nie. Weil teilen fetzt!

Allesimundamflussmurmelmussfazit

amflusszwo

Seit jeher habe ich Amflussgeborene mir meine Heimaten in Flussnähe gesucht. Ob großer Strom, schiffig genutzt, Schmalkanal oder Murmelbächlein, Wasser mußte immer dreimalhinschlägig erreichbar sein. Dann kam ich zum Haus am Ende des Weges hügelauf gelegen. Immerhin kreuzt den Weg ein Kleinstgeriesel, welches sich bestolzend Bach nennen darf. Ein urbestrüpptes Schlängelkleinod zwischen den sanfthügeligen Feldern, zu dem ich gefundene Kellertreppenquotscheriche hintrage. Doch weil sie scheinbar ein Muss mir ist, die Unbedingtwassernähe, fand ich das Florallabor an einem Flüsterkieselbache für wundervolle dreizehn Jahre. Welches ich nun verlasse, um das Floratelier zu beleben. Dieses wiederum an einem Fluss gelegen, versteht sich. Und ich fotofazitiere frohgemuth vor mich hin murmelnd: Möge alles fürderhin im und am Flusse bleiben!

amflusseins

Geschichtenimgesicht

Mit der Zeit brennt uns die Zeit
Narben in die Eitelkeit.
Brennt uns ihre Zeichen auf die Haut.
Große Lust und kleines Leid, eine Spur von Traurigkeit
sind im Spiegel mir schon sehr vertraut.

Jeder Tag schreibt dir und mir
Geschichten ins Gesicht.
Und wer lesen kann
übersieht sie nicht.

Jeden Tag entdecke ich neue Spuren auch an Dir.
Zeichne sie mit meinen Händen nach.
Schönheit, die so glatt und kalt,
Liebste, ach, die läßt mich kalt.
Deine Schönheit aber hält mich wach.

Jeder Tag schreibt dir und mir
Geschichten ins Gesicht.
Und wer lesen kann
übersieht sie nicht.

Also Liebste bitt‘ ich dich,
zeig‘ dich, wie du bist, für mich.
Mal‘ kein falsches Lächeln ins Gesicht.
Daß ich gleich erkennen kann,
was dir heute widerfahrn.
Auch die falschen Farben brauchst du nicht.

Jeder Tag schreibt dir und mir
Geschichten ins Gesicht.
Und wer lesen kann
übersieht sie nicht.

Nur eines der vielen stillzarten Liedtexte, die Herr Biege auf seine ganz eigene Art interpretierte. Und wir können ihm eine weitere Geschichte antragen. Eine, die Lachfältchen hinterläßt. Der Zähler tickert seinem Ziel entgegen, aber darf er nicht gerne drüber hinaus weitertickern? Ich finde schon und wünsche mir nochmalige Weiterverbreitung und Eigeninitiative. Hier sind die Kontaktdaten und hier Herrn Bieges Gesichtsbuchseite (Uik, und das Getue bei meiner Gesichtsbuchallergie!). Mein herzlichster Dank geht an den famosen Herrn Bludgeon, der mich draufschubste und außerdem neuerdingens eine feine Eigenseite betreibt. Ebenso freue ich mich über des fabulösen Herrn Riffmasters Plattenvorstellung, wer mag, kann da in mehr Mugge hineinschnuppern und sich echtes Liedgut auffe Platte speichern. So, genug gelinkt, jetzt wird gesingt. Herr Biege, darf ich bitten:

Der Blick verdichtet sich

Noch wirkt das Bild verschwommen, leicht unscharf in den Einzelheiten. Doch die Richtung ist vorgegeben, hin zu neuem, hin zur Zukunft. Die schon geraume Zeit erahnten Konturen, sie manifestieren sich immer klarer und spiegeln neuerliche Schönheit, neuen Muth und neues Wagen. Die Richtung ist klar vorgegeben und der Blick, er kann sich nun verdichten. Wohin er geht? Ganz klar:

nach vorne

Nach vorne!

Vorfreude? Fetzt!

Eine Feinsthandnotatsendung ward angekündigt. In mir blubbern tausend Champagnerbläschen und machen mich leichtfüßig. Bei jedem Öffnen der Florallabortüre blingt mit den Ankündigungsglöckchen auch mein Herz klingklanging mit. Freundlich begrüße ich eh jeden Besucher, doch an solchen Vorfreudetagen kündet besonderer Augenglanz von der inneren Wonnigkeit und so manches Kompliment ob der strahlenden Lieblichkeit umschmeichelt meine Lauschläppchen und tünchen mir Wangenrot auf’s Antlitz. Der Tag neigt sich arbeitsam beschleunigt gen Frühabend und mit der Erkenntnis, dass an diesem Tage wohl keine Zustellung mehr erfolgen wird, flammt neue Heißwangigkeit auf. Noch einige Stunden mehr der Vorfreude frönen, ach, wie schön! So erfolgt am nächsten Tage die allergleiche Innenmurmeligkeit, bis ich endlich frohlockend den Empfang auf der Postunterschreibapparatur quittieren kann. Und dann geht er los, der Wielangehalteichesauswalzer. Ich umschleiche leisstiefelig das Famospaket, tänzele heran und lasse mich von der Ladenglocke wieder wegrufen. Pirsche mich wieder näher, ergreife es flugshändig und drücke es an meine Brust. Setze sicherhändig das Feinstmesserchen an, ein erster Schnitt, mit dem ein zarter Gluckser die Kehle emporsteigt und sich als Zitteransatz in den Fingern manifestiert. Lege das Messer wieder weg und das Paket auf den Sessel. Tagwerke mit einem Lächeln, strahlender als die Sonnen es inwändig in Kringeln an die Florallaborwand zu malen vermag. Doch meine Fingerkuppen sehnsuchten nach erneutem Auspackgetue. Halte das Famosobjekt meiner Sanftbegierde bald wieder in meinen Händen, einen Moment lang ganz stille, verharre mit geschlossenen Augen und erahne die umwerfende Gabe, die hier rabiatkurierigsicher verpackt auf Enthüllung wartet. Weglegen und Wiederaufnehmen tanzen einen stundenlangen Ringelreigen, bis ich es nicht mehr aushalte. Das Glückszittern echot nun durch alle Glieder und ich nehme das Messerchen zur Vollendung des klebebandzerteilenden Aktes. Das leise Flüstern der Scharfklinge und das Auspackpapiergeraschel sind mir eine Schenkendzugetansinfonie… Vorfreude? Fetzt!

Prokrastinationspupillenpralinchen

Haste viel umme Ohren und mußte flinkfüßig sein, darfste nicht zwischendrin Mails abholen und gleich gar nicht der herznahangetragene Verlinkung nachspüren, denn dann findste dich großäugig ohrwurmig belauschlappt und hingerissen vor dem Bildschirm wieder. Stunden später immernoch, versteht sich. Kannste nie genug kriegen, wenn einer so tanzen kann. Hachste dich heiser. Mußte als Fleißmeisigkeitsbeauftragte eine Weiterverteilung nur unter strengsten Warnhinweisen dir erlauben. Deshalb:

OBACHT! DER KONSUM DES FOLGENDEN PUPILLENPRALINCHENS FÜHRT ZU SCHWERSTER VERHACHUNG UND BIRGT HEFTIGSTES SEUFZSUCHTPOTENZIAL! BITTE BEACHTEN SIE AUCH DIE SCHEISSHERZCHENGEFAHR! ABSPIELEN AUF EIGENES RISIKO! MFG, DIE PROKRASTINATIONSBLOGPOLITESSE, GEZ. KNOBLOCH.