bittemito

Monat: März, 2015

Allesimundamflussmurmelmussfazit

amflusszwo

Seit jeher habe ich Amflussgeborene mir meine Heimaten in Flussnähe gesucht. Ob großer Strom, schiffig genutzt, Schmalkanal oder Murmelbächlein, Wasser mußte immer dreimalhinschlägig erreichbar sein. Dann kam ich zum Haus am Ende des Weges hügelauf gelegen. Immerhin kreuzt den Weg ein Kleinstgeriesel, welches sich bestolzend Bach nennen darf. Ein urbestrüpptes Schlängelkleinod zwischen den sanfthügeligen Feldern, zu dem ich gefundene Kellertreppenquotscheriche hintrage. Doch weil sie scheinbar ein Muss mir ist, die Unbedingtwassernähe, fand ich das Florallabor an einem Flüsterkieselbache für wundervolle dreizehn Jahre. Welches ich nun verlasse, um das Floratelier zu beleben. Dieses wiederum an einem Fluss gelegen, versteht sich. Und ich fotofazitiere frohgemuth vor mich hin murmelnd: Möge alles fürderhin im und am Flusse bleiben!

amflusseins

Geschichtenimgesicht

Mit der Zeit brennt uns die Zeit
Narben in die Eitelkeit.
Brennt uns ihre Zeichen auf die Haut.
Große Lust und kleines Leid, eine Spur von Traurigkeit
sind im Spiegel mir schon sehr vertraut.

Jeder Tag schreibt dir und mir
Geschichten ins Gesicht.
Und wer lesen kann
übersieht sie nicht.

Jeden Tag entdecke ich neue Spuren auch an Dir.
Zeichne sie mit meinen Händen nach.
Schönheit, die so glatt und kalt,
Liebste, ach, die läßt mich kalt.
Deine Schönheit aber hält mich wach.

Jeder Tag schreibt dir und mir
Geschichten ins Gesicht.
Und wer lesen kann
übersieht sie nicht.

Also Liebste bitt‘ ich dich,
zeig‘ dich, wie du bist, für mich.
Mal‘ kein falsches Lächeln ins Gesicht.
Daß ich gleich erkennen kann,
was dir heute widerfahrn.
Auch die falschen Farben brauchst du nicht.

Jeder Tag schreibt dir und mir
Geschichten ins Gesicht.
Und wer lesen kann
übersieht sie nicht.

Nur eines der vielen stillzarten Liedtexte, die Herr Biege auf seine ganz eigene Art interpretierte. Und wir können ihm eine weitere Geschichte antragen. Eine, die Lachfältchen hinterläßt. Der Zähler tickert seinem Ziel entgegen, aber darf er nicht gerne drüber hinaus weitertickern? Ich finde schon und wünsche mir nochmalige Weiterverbreitung und Eigeninitiative. Hier sind die Kontaktdaten und hier Herrn Bieges Gesichtsbuchseite (Uik, und das Getue bei meiner Gesichtsbuchallergie!). Mein herzlichster Dank geht an den famosen Herrn Bludgeon, der mich draufschubste und außerdem neuerdingens eine feine Eigenseite betreibt. Ebenso freue ich mich über des fabulösen Herrn Riffmasters Plattenvorstellung, wer mag, kann da in mehr Mugge hineinschnuppern und sich echtes Liedgut auffe Platte speichern. So, genug gelinkt, jetzt wird gesingt. Herr Biege, darf ich bitten:

Der Blick verdichtet sich

Noch wirkt das Bild verschwommen, leicht unscharf in den Einzelheiten. Doch die Richtung ist vorgegeben, hin zu neuem, hin zur Zukunft. Die schon geraume Zeit erahnten Konturen, sie manifestieren sich immer klarer und spiegeln neuerliche Schönheit, neuen Muth und neues Wagen. Die Richtung ist klar vorgegeben und der Blick, er kann sich nun verdichten. Wohin er geht? Ganz klar:

nach vorne

Nach vorne!

Vorfreude? Fetzt!

Eine Feinsthandnotatsendung ward angekündigt. In mir blubbern tausend Champagnerbläschen und machen mich leichtfüßig. Bei jedem Öffnen der Florallabortüre blingt mit den Ankündigungsglöckchen auch mein Herz klingklanging mit. Freundlich begrüße ich eh jeden Besucher, doch an solchen Vorfreudetagen kündet besonderer Augenglanz von der inneren Wonnigkeit und so manches Kompliment ob der strahlenden Lieblichkeit umschmeichelt meine Lauschläppchen und tünchen mir Wangenrot auf’s Antlitz. Der Tag neigt sich arbeitsam beschleunigt gen Frühabend und mit der Erkenntnis, dass an diesem Tage wohl keine Zustellung mehr erfolgen wird, flammt neue Heißwangigkeit auf. Noch einige Stunden mehr der Vorfreude frönen, ach, wie schön! So erfolgt am nächsten Tage die allergleiche Innenmurmeligkeit, bis ich endlich frohlockend den Empfang auf der Postunterschreibapparatur quittieren kann. Und dann geht er los, der Wielangehalteichesauswalzer. Ich umschleiche leisstiefelig das Famospaket, tänzele heran und lasse mich von der Ladenglocke wieder wegrufen. Pirsche mich wieder näher, ergreife es flugshändig und drücke es an meine Brust. Setze sicherhändig das Feinstmesserchen an, ein erster Schnitt, mit dem ein zarter Gluckser die Kehle emporsteigt und sich als Zitteransatz in den Fingern manifestiert. Lege das Messer wieder weg und das Paket auf den Sessel. Tagwerke mit einem Lächeln, strahlender als die Sonnen es inwändig in Kringeln an die Florallaborwand zu malen vermag. Doch meine Fingerkuppen sehnsuchten nach erneutem Auspackgetue. Halte das Famosobjekt meiner Sanftbegierde bald wieder in meinen Händen, einen Moment lang ganz stille, verharre mit geschlossenen Augen und erahne die umwerfende Gabe, die hier rabiatkurierigsicher verpackt auf Enthüllung wartet. Weglegen und Wiederaufnehmen tanzen einen stundenlangen Ringelreigen, bis ich es nicht mehr aushalte. Das Glückszittern echot nun durch alle Glieder und ich nehme das Messerchen zur Vollendung des klebebandzerteilenden Aktes. Das leise Flüstern der Scharfklinge und das Auspackpapiergeraschel sind mir eine Schenkendzugetansinfonie… Vorfreude? Fetzt!

Prokrastinationspupillenpralinchen

Haste viel umme Ohren und mußte flinkfüßig sein, darfste nicht zwischendrin Mails abholen und gleich gar nicht der herznahangetragene Verlinkung nachspüren, denn dann findste dich großäugig ohrwurmig belauschlappt und hingerissen vor dem Bildschirm wieder. Stunden später immernoch, versteht sich. Kannste nie genug kriegen, wenn einer so tanzen kann. Hachste dich heiser. Mußte als Fleißmeisigkeitsbeauftragte eine Weiterverteilung nur unter strengsten Warnhinweisen dir erlauben. Deshalb:

OBACHT! DER KONSUM DES FOLGENDEN PUPILLENPRALINCHENS FÜHRT ZU SCHWERSTER VERHACHUNG UND BIRGT HEFTIGSTES SEUFZSUCHTPOTENZIAL! BITTE BEACHTEN SIE AUCH DIE SCHEISSHERZCHENGEFAHR! ABSPIELEN AUF EIGENES RISIKO! MFG, DIE PROKRASTINATIONSBLOGPOLITESSE, GEZ. KNOBLOCH.