bittemito

Monat: April, 2015

Querdenker? Ja, bitte!

Sie legen dir die Schlinge um den Hals. Keine Panik! Sie wird von feinster Seide sein. Und der Henker ist nicht brutal. Er wird mitfühlen. Sagt er jedenfalls. Er wird’s nicht gern tun. Sagt er jedenfalls. Vielleicht ist er eine Frau? Eine Quotenfrau vielleicht sogar! Sagt sie jedenfalls. Sie wollte den Job nicht, aber Männer waren keine da. Sagt sie. Zu weich. Sagt sie. Nicht mehr vermittelbar, weiß du? Die Jungs-Katastrophe eben. Sagt sie jedenfalls. Das wächst nun nach oben und guckt nur noch Fußball und Tatort, sagt sie noch. Sie wird dir nicht wehtun. Sie ist chic. Wenn sich die Falltür öffnet, geht es fix. Meistens. Wenn nicht, wirst du schöne Trugbilder haben. Bis zuletzt. Dann ist es vorbei. Schwärze. Auf Ewig.“

„Was das soll?“ steht da außerdem und sogar treffliche Antworten. Herr Bludgeon fand passende Worte und mir bleibt nur, ihn zu zitieren und vor allem um Weiterlesen und Weiterverteilung zu bitten.

Auch die neueste Campact-Aktion braucht Unterstützung, diese finden Sie hier im Link.

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Pardöngschepippistolzpupillenpralinchen

Ohkeeohkee, auch auf die Gefahr hin, langsam zu zuckerwattenrosaveilchenpupsduftig daherzukommen, ich kann’s nicht lassen. Also erfolgt die nächste Dröhnung satter Schönfetzaugenschmauserey. Ich arbeite nebenbei am nächsten Liedschlechtkübeltext, versprochen! Doch erstmal: Hachscheißherzchenverblitzdingsungsfeuer frei!

Weißaufblauschreibutensilwiederfundwunder… oder Wieichmeineigenesblauweißwechselwundererlebte…

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Ich fand beim Aufräumen meinen langvermissten Füllfederhalter. Eine ausgetrocknete Patrone hing noch anklagig in seiner silbrigen Hülle. Ohne weiteres Zögern oder Nachdenken gar öffnete ich weitere Schublädchen des kleinen Sekretärs, der so lange Zeit Asyl ihm antrug. Und fand eine volle Patrone. Wie automatisiert die Fingerbewegungen: Leere Patrone raus, die neue mit Elan hinein und den Füller zwomal sanft geschüttelt. Ein Reinweißpapier fand sich als Schreibübungsutensil und blaulinig und flüsterkratzend tut der lang Geschasste seinen Dienst. Wann schrub ich zum letzten Male blautintig? Die Antwort quillt augenwassernd auf: Die Photographie, mich unterzeichnend festgehalten, auch sie fand sich unlängst wieder. Und außerdem bestummstaune ich nun sogar Tintenfingerklecksigkeit. Wie die Dinge uns doch wiederfinden…

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Hättehättefahrradkette? Wärewäremöglichaffäre!

„Was ist denn das für ein frevelhaftes Gezeter von so holder Weiblichkeit?“ Die sonore Frage wellte sich meinen gekrümmten Rücken hinauf und kitzelte warmmurmelig meinen angespannten Nacken. Ich hockte vor dem aufgebockten Floravelo und versuchte mit inzwischen schmerzkrampfenden Armen die unverhofft abgesprungene Kette wieder auf den Hinterlauf aufzudröseln. Eigentlich kein Hexenwerk bei einem Nullgangvelo wie dem meinen, doch die Schwere des Rades verhindert gleichzeitige Ketten- und Pedalführung. Und in diesem beschissenen Industrieviertel, welches ich abkürzungshalber bei meiner Außerhausverblumigungstour querte, war samstagsnachmittäglich keine Hilfe ersichtlich. Weswegen ich auch so unflätig laut vor mich hinzuschimpfen wagte. Mein Scheißdrecksmistgezeter ebbte ungläubig ab, als sich die Höschenzubodengleitlassenstimme auf mein Niveau herabschmiegte. Augenblicklich heißwangig, teils aus Scham, teils aus Kribbeligkeit, schaute ich nach dem Verursacher dieser unverhofften Warmmurmeligkeit und ersoff schier in Schalklachendblauwasseraugen. „Meine Liebe,“ warmtönte der Fremde weiter „Sie führen behutsam die Kette über den Zahnkranz und ich bewege vorsichtig die Pedalen, ja, genau so, noch ein Stück, ja, langsam, Obacht, die Finger…, das passt, ein wenig noch… jawoll, geschafft! Nanu, eben noch schimpften Sie so reich an Vokabular und jetzt so stille?“ Mein folgendes Dankesgemurmel, ich vermag es nicht mehr wiederzugeben. Doch dieser kurze Moment, ich mit schwarzöligen Fingern, die Kettenglieder in Zeitlupe führend, Zacken für Zacken fand seinen Platz und Glied um Glied senkte sich sanft an seine passende Stelle, im Rhythmus dieser anweisenden Stimme; er bleibt mir wohl ewig erinnerlich als Beleg, wie unverhofft die Sinne sich wandeln können. Man muß nur offensinnig bleiben…

Was weiter geschah? Nichts, außer innigem Dank und beiderseitige höfliche Bewohlwortung. Der Fremde fuhr dann seiner Wege und ich erfüllte weiter meine Verblumigungspflicht. Denn eines ist gewiß: Egal wie famos die Höschenzubodengleitlassenstimme, ich bleibe die eine treue Tätetäteniemalskäthe.

Sprachverwahrlossilbenrastlosigkeitswache

Dem Liebsten gedankt, gelänge eine fluchse Abendeintragsbewortung. Allein, die Silben hängen fingerkuppig fest, wie querstehende Gräten. Herr Steinmeier tönt mir in den Ohren, er salbadert von erforderlicher Zeit, um irgendetwas zu verändern. Zeit, die es wohl immer weniger gibt. Keine Zeit für die Kriegsflüchtlinge, die im Mittelmeer absaufen wie räudige Katzen, keine Zeit für die fliehenden Syrierer, ach, die Welt brennt allerorten höllischschlundig. Und ich? Ich selbst, satt, glücklicher und zufriedener als ich es mir je vorstellen konnte, ich Europäerin. Ich schäme mich. Suche rastlos und fast ratlos nach wirksamen Hilfsmöglichkeiten. Gebe denen, die schon längst sicheren Boden erreicht haben und nun gegen Beamtenmief und Behördendreck ankämpfen müssen. Und denke jede Minute an die, die genau jetzt in diesem europäischen Urlaubsparadies verrecken. Im Mittelmeer. Was nutzt denen mein Denken? Nichts. Herr Steinmeier, ich schäme mich für Sie mit. Ich habe Ihnen mehr zugetraut. Nur zur Erinnerung: Jetzt. Und jetzt, jetzt, jetzt. In Europa. Eine Idee ersäuft in Leichenwasser.

Nachträglich ergänze ich diesen Link, weil Nichtstun und Gelähmtheit mir die Luft abschnüren und andere Menschen eher diese Lähmung abschütteln. Danke, Frau Dr. Everding:

Europa darf nicht wegschauen!