Blaumeisendraussenschlafmorgenschietgruss

von kaetheknobloch

Lautstarkes Gezwitscher und Durchdenahorngehusche weckt mich. Ich blinzele unter meinem Baldachin in den erwachenden Tag, erstes Insektengebrumm untermalt das Getue der Meisenflugschule und immer wieder kratzen kleine Vogelkrällchen über den metallnen Tisch neben meiner Draußenbettstatt. Es duftet nach Heu und zarten Wiesenblümchen, ich athme tief durch und zwinkere mir die Müdigkeit aus den Augenwinkeln. Fast überwältigt mich das Glücksgefühl dieses neuen Tages in seiner schlichten Perfektion. Wieder federraschelt es durch die Äste des Lieblingsahorns und plötzlich sitzt keine zwanzig Zentimeter über mir eine kleine Blaumeise auf dem Baldachin und beäugt mich munter. Ich schaue luftanhaltend zurück, sie hüpft nach links, nach rechts, piepst mir einen meisigen Gruß zu, hält kurz inne und kleckst einen weiteren, sehr persönlichen Gruß hinzu. Das Glücksgefühl macht sich kichernd in mir allgliederig breit und ich bringe durch mein unterdrücktes Glucksen die Hängematte zum Wackeln. Mit einem Ssssst ist die Meise weg und ich friemele die Schnappschußapparatur aus meiner Decke hervor, schlage den Baldachin zurück und lichte den Zauber dieses Morgens wenigstens augenblicklich ab.

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