Beinachtruhregennachrichttropfbericht

von Käthe Knobloch

‚Klopf.‘ sagte der Regen nachmitternächtlich. ‚Klopf, klopf.‘ dann etwas nachdrücklicher. Die gleichmäßig bleibenden Athemzüge der Träumerin unterm Baldachin waren wohl nicht die erwartete Antwort auf sein Einlaßbegehr. ‚Klopf! Klopf! Klopf!‘ tönte er lauter und sein Bruder, der Wind, sprang ihm bei. Huschte in die Ahornblätter, die sich über die hängemattige Schlafstatt beugten und zauste sie ordentlich. ‚Wach auf, wach auf!‘ sachtraschelten diese daraufhin und der Regen versuchte sich in diesen Rhythmus einzutakten. ‚Klopfklopfklopf, wachaufwachauf.‘ sangen sie alsbald gemeinsam und ein wohliges Seufzen war zunächst die Antwort. Gespannt harrten Regen und Wind unter weiterem Gewarne der nächsten Reaktion. Und ihre Geduld wurde belohnt: Der Baldachin wurde zurückgeschlagen und Bruder Regen knallte einen Krachnassknutscher in das verschlafene Gesicht der Hängemattenbewohnerin. Das ließ sie aufspringen und hui, wie flugs konnte die auf einmal tanzen! Regen und Wind reihten sich in die Mazurka ein und beglitten die nun hellwache Dame bei ihrem Schlafstatt nach Drinnenbringgerenne! Was ein schabernackiger Spaß! Ein Klatschtropfen da, ein Huigewehe in das Verwuschelthaar dort und ab und an die Tiefhängzweige die nackten Schultern nasstropfig küssen lassen. Und kaum waren Bettzeug und Schlafmütze unterm rettenden Dach, ging der Spaß erst richtig los. Da wurde geprasselt und gehuit, es war ein Tosen und Toben und das vorherige vorsichtige Anklopfen ward zu einem wahren Trommelwirbel. Und die so sanft gewarnte Träumerin? Die saß staunend ob des Treibens auf der Türschwelle und lächelte.

Regen