Goldsonnengloriossondersommergelb

von kaetheknobloch

Eigentlich ist Gelb so gar nicht meine Farbe. Warum, das weiß ich nicht. Und eigentlich steht da nicht ohne Grund das Wörtchen ‚eigentlich‘. Es gibt so sommermittig einen bestimmten Gelbton, der läßt mich die reifen Roggenhalme wispern hören, ein stolzes Feinsthautaufwellen erinnert mich an die Roggenmuhmengruselgeschichten und wie der Großbruder sie feldrainig verlachte. Ich vernehme der Lerche Kaskadengesang, die sich über den flirrenden Feldern himmelwärts spiralt. Das Gesäusel des Flüßchens und das Grillengezirp in den sich wiegenden Gräserrispen, die jetzt ihre kichernden Samenkinder aussenden. Die Luft riecht nach Heu und ersten reifen Sommerfrüchten. Ominkel holt die ersten Minifuderchen Glücksstroh ein, es sind die raschelnden Blütchen der gleichnamigen Blume. Die Spinnenkinder, längst der Kinderstube entwachsen, treiben an silbernen Feinstfäden durch die Sommerlauluft und beginnen eigene Netzheimaten sich zu weben. Was ich hinterhofig nicht habe, außer in meinen unterhäutigen Sommererinnerungen, das zaubere ich mir flugswohlgemuth herbei. Wassergesäusel und Tupfen von diesem besonderen Gelb. Weil ich ja Gelb eigentlich nicht mag, es sey denn es ist dieses Goldsonnengloriossondersommergelb:

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