Ahornlehrtrostrotaugenleuchtnotat

von Käthe Knobloch

Immer, wirklich immer entbietet die Natur mit ihren Leuchtnotaten den schönsten Augentrost und diese einmalig strahlende Wärme, die durch die Pupillen sachtmurmelig in die Glieder kriecht. Heute war es in den kurzen Momenten, da ich beim Haus am Ende des Weges Ruhe und Müßiggang fand, der flammende Ahorn; Lieblingsschlafgemach des Sommers, Immerfriedenspender und Vogelflugschule. Nur einen Herbstzeitenhauch erröten mit ihm alle anderen zu seinen Wurzeln beheimateten Nachbarn und noch nie ist es mir gelungen, seine zahlreichen Rotglühküsse zu protokollieren. Schon morgen wird das Rot verbraunen, er wird sich leisschwebigsanft ergeben und auf seine Winterruhe sich vorbereiten. Zieht seine Kraft in sich selbst zurück, opfert seine äußere Diesjahreszierde in dem Wissen um Werden und Vergehen. Er ist mir ein kluger Raschellehrmeister. Und der rotwangenflammendste Küsser obendrein.