Gesternheutemorgen

von Käthe Knobloch

Gestern noch dröhnte dein Lachen, heute klingt es mir wie unsichtbare Musik unterhäutig, die meine Sinne vibrieren läßt, gleich dem Mückchengeschwirre als flirrende Sommerreminiszenz. Gestern noch flossen die Tränen, die heute fast erstarrt am Wimpernvorhang kleben, als wären sie Baumharz, welches zäh die Rinde überzieht, die mich so deines Antlitzes gemahnt. Gestern noch strahlten deine Augen wie leuchtende Sommerblumen, von denen winters nur noch manchmal ein Abdruck bleibt oder die Ahnung eines Duftes, der sich in den Zipfeln meiner Stola verbarg. Gestern liebte ich dich genauso, wie ich diese Liebe heute in mein morgen trage. Danke für alles.

Für Herbert.

Werbeanzeigen