Abendsnochtagwerkdankesnotat

von Käthe Knobloch

Am Tage flinkfleißigen die Hände noch Trostaugenkränzchen, Gedenkgestecke und gewohnte Verblumisierung, doch die Zeit verrinnt für uns Floralkünstler derzeit anscheinend doppelt schnell. Immer früher die Anfragen, immer schwieriger der eigene Anspruch zu halten, erst dann Adventskonfektchen für die Sinne zu erstellen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Auch mein Tag hat nur vierundzwanzig Stunden, die ich gernst aufstocken würde derzeit. So trage ich meinen Anspruch lächelnd in die Dunkelstunden hinein. Dann gehört das Floratelier nur mir, meinen tastend wandernden Gedanken an die Herzmenschen und jene, die es werden können und als ob dieses wohlwarme Sinnen sich dann in den Händen manifestiert, gelingt ein Floralkunstwerk nach dem anderen. Während leise Musik durch den Raum strömt als trügen die Noten die vorweihnachtlichen Wohlgerüche mit sich, verlischt sogar mein Zorn auf die Verpackungsverschwendung der notwendigen Materialien. Ich hebe Tüten und Umhüllungen auf, sie erfahren wenigstens eine weitere Nutzung. Alles wurde griffbereit angeordnet, das Werkzeug harrt seines Einsatzes und die Flinkfinger befleißigen sich. Natürliche Schönheit und kleine Flirts mit Glitzer und Kitsch wechseln sich ab, doch nie überwiegt der Kitsch. Gesammelte Materialien und einheimisches Grün verlachen mit mir jeden Trend. Der Frage nach dem jeweils jährlichem Konsumterrortrend, die wehre ich schon lange ab: Trend reimt sich zwar auf Advent, doch mehr Gemeinsamkeiten gibt es nicht. Wem das nicht als Antwort reicht, der bekommt einen Spanky in die Hand gedrückt. Auf Tanne. Mit Glitzerstaub. Photos davon gibt es erst in der Adventszeit, heute nehme ich mir die Zeit für eine Floratelierdokumentation. Und ich habe jemandem lila Rosen versprochen…

 

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