Weihnachtsundgeburtstagseinzigdreiwunsch

von kaetheknobloch

Nein, ich bin kein Christkind, wollte wohl schon vorgeburtlich keines sein. Flüchtete ins Dunkel oder blieb das Dunkel vielleicht mein Asyl? Fast wäre ich im nächtlichem Schnee geboren, doch mit der Dämmerung begann ich zu schreien. Seitdem ist die Dämmerung mein innigster Freund und der Schnee sein tröstlicher Begleiter. Und deshalb habe ich nur einen Fastdoppeltwunsch für alle anderen Menschenkinder: Freunde und Tröster zu jedweder Zeit. Und den Mut, ins kalte Wasser zu springen. Ach, das waren schon drei Wünsche? Kopfherzbaucheinigkeit!

Schneewunsch

Das Tagwerk floß mitternächtlich vom Geburtstag in den Heiligen Abend hinüber. Brachte mich an die körperliche Grenze und Kopf, Magen und Muskulatur bewarnstreikten mich schmerzeinheitlich. Nach fast komatösem zehnstündigen Schlaf stehe ich wieder stolzbollerig aufrecht und hole die verschobenen Bestellungen heute auf. Zur Mittagszeit wird dann die Autobahn den Weg gen Osten uns führen, wo Teile meines Herzens begraben sind. Dort werde ich wieder ganz heile. Zwar ohne Schnee, doch mit Kopfherzbaucheinigkeit. Ein bonfortionöses Lied wird der lauschlappschmeichelnde Begleiter, jenseits von allem Homeforchristmasgedudel. Es klingt, als sänge Herr May es allein für mich. Außer in der Stelle mit der fehlenden Heimat, die er nicht hat. Ich habe viele Heimaten, aber nur ein Zuhause: Bis gleich, meine Mama Löwenherz. Ach, noch die versprochene Antwort auf die gestrige Frage am Telephone, die wegen aufschwappender Übelkeit ich nicht beantworten konnte: Quarkkeulchen oder Eierplinsen? Beides Mama, beides…

Ich wünsche allen Menschenkindern, die ich hier schätzen und lieben lernte friedlich Weihnachten und immer wieder dieses famose Kopfherzbaucheinigkeitsgefühl. Eure vielen Mails beantworte ich, wenn ich aus meiner Kurkurzklausur zurückgekommenn bin, im Herzen fahrt ihr mit hin zum Gehöft an der Biegung des Flußes. Auf bald, Eure Käthe Knobloch, dankbar zugeneigt.

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