bittemito

Monat: Februar, 2016

Nanatotalernstfotokontest

Das fabulöse Vibesbild machte es vor und ich erlag dem unfugigen Aufruf natürlich. Kwatsch fetzt! Allerdings habe ich den total ernsthaften Spaß zu meinen Bedingungen leicht modifiziert. Ein Quietschhase war nicht zu finden, darum ohrimaginieren Sie bitte mein eigenes Gequieke beim Rumposen, dann paßt das schon. Blumen trage ich eh fast immer im Haardingsbumsgewuschel, allerdings nur (!) echte und schon konnte der ordentlichbehämmerte Trendsetterfashionblogeintrag erstellt werden. Der innere Piepmatz übersingsangt jedwedes Bedenken ob der Dauerregenmatschfrisur und Hasi grinst sich eins:

Hasi grinst

Ach so, das mit den scheinbaren Falten muß ich noch erklären: Ich bin ja bekennend altmodisch. Machte also eine Photographie, ähem, einen Schnappschuß und brachte dann den Film zum Entwickeln ins Fotolaboratorium. Der Besitzer hat einen neugierigen Kater, der hat sich ausgerechnet dieses Bild vom Stapel zum Spielen ausgesucht. Daher die Knicke auf dem Foto, zufälligerweise eben so faltesk… Was? GlaubenSe nicht? Puh, bloß gut habe ich einen weiteren Wackelschnappschußbeweis.  Da gibts dann auch mehr Blumen. Zwar nicht im, aber überm Haar. Und mein Grinsen wohnt hinter dem Hasi seinem:

Ich grinse mit

Liebe Nana, ich danke Ihnen für diesen absolut ernsthaften Kwatsch. Letztendlich haben Sie mich ja mit Ihrer Geistesverblitzung zum Gegendemonstrantinnentum gezwungen. Gelieblachzwungen kwasi. Hiermit seien jedwede Silbenballerina und alle Satzgesellen herzhüpfig eingeladen, es Ihnen gleichzutuen. Täte ich häschtäggen, es wäre dieser: #Silbenballerinasatzgesellentrendsetselbstie

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„Das wird man ja nochmal sagen dürfen!“ Nein!!!

1986: „Negermatratze!“

Vom Provinzdorf ins weltoffene Dresden ziehend, glaubte ich den engen Moralkorsetten, die ohnehin nur scheinmoralisch waren, entkommen zu sein. Freiheit, Kultur, Bildung und dies alles einhergehend mit gelebter Toleranz warteten mit weit offenen Armen auf mich. Dachte ich zumindest, im eigenen Dorfe schief beblickt ob meines Gruftiaussehens. Nunja, die Arme blieben abwartend verschränkt. Vorerst. Das änderte sich, als ich Freundschaft mit einem Madgerman, einem Gastarbeiter aus Mosambik schloß. Bald wurden aus ausgestreckten Zeigefingerarmen erbost geballte Fäuste und ich wurde wie oben erwähnt tituliert. Weil man das ja wohl so sagen könnte.  Alberto, ganz sicher bin ich mir nicht mehr ob seines Namens, verschwand einfach aus meinem Leben. Und zwar bevor wir je hätten eine Matratze uns teilen können.

1991: „Kanakenflittchen!“

Nach verschiedentlicher, auch unfreiwilliger Matratzenteilung mit deutschen Männern, wobei ich seltsamerweise nie als Sachsenhure oder Schwabenschlampe bezeichnet wurde; und ziemlich enttäuscht von protzblöder Männlichkeit war, lernte ich Murat kennen. Während ich mit einer Frau liiert war. Aber das ist im Grunde eine andere Geschichte. Interessant daran und deshalb hierher gehörend ist die nun folgende oben benannte Titulierung für uns beiden Frauen. Die schwäbelnde Biederlichkeit zerriß sich über uns die Mäuler, als ahnte sie von unserer zeitweiligen Dreieinigkeit. Die zuerst weit offenen Arme verschränkten sich abweisend, als wir die plumpen Avancen aufgrund unserer scheinbaren Leichthabbarkeit abwehrten. Tja, dann wird man das ja woll mal sagen dürfen. Wobei hier natürlich eher die Matratzenbezeichnung gepaßt hätte.

2016: „Kameltreiberbitch!“

Und nun das. Es wurde mir nicht ins Gesicht gesagt, mehr so hintenrum angetragen. Es könnte so wirken, das wird man ja mal sagen dürfen. Weil ich ja immer mit diesem komischen Schwarzkopp rumstünde und quatschte und der andere, auch so ein Dunkler, der wurde schon oft am Floratelier gesehen… „Ramsi,“ sage ich der besorgten Draufhinweiserin „der heißt Ramsi und das andere muß dann mein Freund Sahed sein. Der macht mir Komplimente wie aus Tausendundeiner Nacht.“ Dem jungen Mädchen bleibt der Mund offen stehen. Dann fängt es an zu drucksen von Dassagtmanhaltso und Nichtsoschlimmgemeint…

Nein!!!

Rassismus und Sexismus sind Ausgeburten von Dummheit und Kleingeistigkeit. Alles, was in deren Namen gedacht oder gar ausgesprochen wird ist verachtenswert und unentschuldbar. Und weder Herkunft oder Zeit dürfen ein Grund dafür sein. Ganz schlimm ist es, wenn diese Geschwister sich vereinen, also Sexismus unter des Rassissmus‘ Schöße kriecht. Dann wird es brandgefährlich. Nur wir selbst können diesem Tun Einhalt gebieten, der Staat versagt hier jämmerlich, wie man in Sachsen sieht. Das alles und noch viel mehr scharfpfeile ich dem Mädchen entgegen, bis es fast in Tränen ausbricht. Ja, Dummheit muß wehtun, sonst baut sie sich ein Wohlfühlnest. Machts sich behaglich an Stammtischen und in Foren, beäugt argwöhnisch jede Kopftuchträgerin und suhlt sich im eigenen Bessermenschsein. Beklatscht die falschen Götzen und will wieder und wieder auch mal etwas sagen dürfen. Etwas Dummes halt. Es kann nur eine Antwort geben: Nein!!!

Hornungsaltgesellenlehrlingshändelei

Februarfrost1

Es war war eine Geraune und Gewisper da draußen letzthin, fast meinte man, sie streiten zu hören. Der Winteraltgeselle hielt bittereisig nochmals an seiner Routine fest. Der Hornung sei sein, so kündete er knirschkrachend. Des Lenzens Lehrling umtanzte ihn leichfüßig, ließ immer wieder seine lichthellen Augen strahlen und brachte den Kaltherzgesellen dadurch zum Weinen. Noch ehe der Hornung sich legte, würde er seine Federgesangnotate ihm senden und liebliches Floralgeläut. Das einzige Weiß seien dann die Schneeblumen, ansonsten übernähme zartes Farbgetupfe die altwinternde Grauschwarzigkeit, die von dem Hochwinter nur übrig blieb. Da blies der alte Rauhreifgreis nochmals seine Backen auf und überzog alles mit nadelstichigen Kristallen. Der Jungspund konterte mit hoffnungsanrufenden Wildganspfeilen vor dem Graugewölk. Ich könnte diesem Händel noch ein Weilchen weiterlauschen und einfach immer wieder meine Seiten wechseln. Ich liebe beide kaltheißinnig, den Alten wie den Jungen und entbehre jeder Scham bei meinem Frontenwechseltanzgesumme.

Februarfrost2

Liebsttsunamionomatopoesiemelodietwist

Warum dich nicht liebstern? Dich so benamst als ein Menschenkind wortwellenumkosen, das ich tatsächlich liebe? Mein Lieber, meine Liebe, wenn ich mich silberquelligsprudelnd dir zuwende dann bist du mir augenblickmomentig herzensliebnah. Am liebsten halt. Ich könnte dich nicht verschatzen, bemausebären oder gar verknuddelhasen, es wäre dieser Liebe nicht würdig. Pupillenküssen entspringt sie, schimmerwassernd zuweilen. Manchmal regelt Melancolia sachte die Ventile, oftmals ist die Zuneigungszisterne gleich meiner Hoffnung unergründbar und am besten munden die Salzlachgrüße, die nach Wangenrundkosung sachte mundwinkelig anlanden, gleich der entsturmten See am fernen Schwarzkieselgestade. Liebste, Liebster, ich finde dich bernsteinrar und genau immer dann, wenn deine Sehnsucht mich flutet. Ich bin kein Sammler, doch dein Überfluß kaskadet mich reich. Du geysierst dich durch absinthfarbene Meereäugigkeit in mich hinein und flutest mich rein. Und manchmal werde ich dadurch tsunamionomatopoesiemelodisch, dann hilft nur neuer sturmender Twist:

Garantiertknuddelbärhasenschatzbannend!

Achtjährigesmädchenachtsamkeitsbämm

Eim achtjähriges Mädchen bämmte mich heute und ließ mich endlich stummstaunend ganz ruhig werden. Und glücklich, weil meine ganz eigene Hoffnung ein kindliches Antlitz trug. Und das kam so:

Ich rede ja gerne, ich rede viel und versuche dabei möglichst wenig Unfug zu verbreiten. Besonders wenn es um meine Berufung geht. Und an einem Tag im Jahr rede ich besonders viel. Eigentlich an zwobisvier Tagen, nämlich an denen um diesen umstrittenen Valentinstag herum. Jahr für Jahr die gleichen gönnerhaft floskelnden Sprüche, die Plattitüden von Goldnasenverdienen und Floristenerfindung. Ich mag es hier nicht mehr wiederholen, verweise aber die eh ihr Daddelgerät in den Händen haltenden Alleswisser auf das noch allwissendere Netz. Im Floratelier erkläre ich geduldig die Absenz von Unmengen roter Rosen, biete stattdessen regionale Blumenschönheiten an, die ohnehin besser den Lenz vielliebchenhaft verkünden. Verneine wieder und wieder die Protzfolienverpackung, einfach weil ich keine Verschwendung und Vermüllung unterstützen mag. Besondere Schlaumeier verweisen gerne noch auf das Flowerlabel oder die Fairtradebemühungen. Löblich, doch gänzlichst ohne Transparenz, so meine kurzgefasste Antwort. Und wundere mich wieder und wieder über die Diskrepanz unserer heutigen Zeit: Nie war es einfacher, sich zu informieren. Warum tun es die Menschen nicht?! Und rede und erkläre weiter…

Heute holte ein Mädchen den von ihrer Mutter bestellten Blumenstrauß ab. Beide mußten gestrig länger warten, doch nun war Zeit. Sie stellte Fragen, hatte offensichtlich vordertagig nicht alles verstanden. Und ich redete plötzlich wieder besonders gerne. Genau wie sie. Zum Abschied machte sie mich augenwassernd.

„Kein Blumenladen ist so lieb wie du! Die sind nur Blumenladen, aber du gibst acht.“

Bämmmmmmm!

Aus Bämmigkeitsgründen erfolgt nun keine weitere Feinstpöbeley, doch ich verweise auf die vorjährigen, zumindest die öffentlichen. Ich besinne mich gernst nun auf benannte Lieblichkeit.

Whothefu**isvalentin

Verwegene Verse XIII

Ach, eines noch: Spanky wartet geduldig auf weiteren Einsatz…