bittemito

Monat: Mai, 2016

Mariposa/organistrum/mandola/andro/momente

♥ Einwöchentlich nur die Entscheidung, die jüngst kennengelernten Musiküsse zu engagieren, um aus purem Tagwerkstreß einen formidablen Nachmittag zu machen, schietegal zunächst die knappe Zeit der offertlichen Bekanntmachung und die zusätzliche Aufhalsung von Gastgeberverbindlichkeiten. Ein Fest soll es werden. Mariposa heißen der Barde und die Lerchensanggleiche.

♥ Fast zeitgleich die Entscheidung eine Fee dabei haben zu wollen, nicht irgendeine, sondern die karfunkelige. Rückblickend der schönste Start in einen sonnigen Tag mit Knappquerung und retoure in den orangesinnigen Teutowald. Dazwischen lagen Stunden voller Lachen und Flinkfüßigkeit. Ein Fest war dieses schon alleine. Danke für Deine Hilfe, Du Funkellachzopfzurückschmeißerin.

♥ Schon die ersten Töne eines seltsam anmutenden Instrumentes bannten unsere Lauschläppchen und die der erfreulich vielzahlig anwesenden Gäste. Liebstmenschen, Freundlichstgesonnene und Wildfremde bildeten ein poröses Zuhörgeflecht, dessen gemeinsames Erleben des klangerfüllten Hinterhofes die Synapsen lächeln ließ. Organistrum heißt das Tönewunder und dieser Name ist Programm:

♥ In allem Notenmenschgewusel den Überblick zu behalten war mir ein schmalgratiges Vergnügen und selbst verspätete Tschuldigungsgebinde gelangen bonfortionös. Die zwinkerlächelnden Juchzer galten dem augenwinkeltaligem Barden und der zweibeinigen Lerche, deren Gesänge sich in den blaublanken Himmel spiralten. Und meinen Herzensmenschen. Auch der einen, die ganz woanders weilte. Eine Mandolaklanglänge dachte ich nur an Dich:

♥ Für diese geballte Lebens- und Liebensfreude war an diesem Ort schier zu wenig Platz und so tanzten wir vom Hinterhofe kleinfingerhäkelnd durch den bonfortionösen Gang bis auf die Straße. An Dro am hellerlichten Tage zu tanzen, kopfschüttelnd forderte der Barde eine schnellmöglichst folgende Abendveranstaltung ein. Ein Fest-noz im provinziellen Hinterhofe, ja, das paßt zum Floratelier, wo eh immer wieder Wunder geschehen.

♥ All die stillen augenwassernden Momente zwischendrinnig, da man pupillenspiegelig den eigenen Herzimpuls erblicken konnte, weil er fühlgeteilt im gleichen Rhythmus bebte und kein Wort dies eigentlich beschreiben kann; sie sind mir subkutan eingewoben und parfümieren mein weiteres Sein und Wirken. Danke, du wundersames Leben.

Mein Mai bleibt rot und offen…

für vieles, aber nicht alles.

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Denn wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein. Aus Zeitgründen suche ich nicht selbst nach der Herkunft dieser Erkenntnis, lobe aber gerne einen Wortpreis kommentatorisch aus. Ist eh mal wieder Zeit für personifizierte Verwegene Verse…

Ich wünsche allen Wortflanösen und Buchstabenrecken ein wundervolles Maiwochenende mit sich öffnenden Blüten und Menschen. Und wer mag und kann, besucht mich im floratelierigen Hinterhofe, ein weiteres Famosfest steht an mit wunderbaren Menschen an meiner Seite. Maiwonnige Grüße, Käthe Knobloch, proseccokaltstellend und tanzschuhepolierend und natürlich blütenumrankt.

Mein Mai bleibt rot

Mein Herz schlug schon immer purpurn. Vor Begeisterung, die sich dann rotpulsend bis unter die Wangenbögen wogt. Manchmal vor Zorn, vielleicht zu oft, dennoch manifestiert sich der immer besser in vernünftiger Handlung. Wenn ich liebe, ist das Rot meiner Hingabe gleich dem warmen Schein der inneren Glut. Ich denke oft in Farben und Rot steht für Liebe, Gerechtigkeit und Mut. Früher trug ich aus Überzeugung eine rote Fahne und sang ihr überliefertes Lied, nicht wegen des Systems, das mir dies antrug, sondern weil ich an die soziale Gerechtigkeit glaubte. Mit wachsendem Wissen, eigenen Konflikten und spürbar tiefer Ungerechtigkeit kamen die Zweifel und gelebter Protest. Das System hat sich selbst ad absurdum geführt, mein linkes Herz ist mir geblieben. Und glaubt weiter an das Prinzip des kleinen Wörtchens „sozial“. Wo der Verstand schwarz sehen will, sendet mein Herz ihm Rotsignale, gleich den wegweisenden Leuchtfeuern an den stürmischen Gestaden, wo das Land untergehen zu scheint. Bringt mich so erneut auf die Straße und gibt meinem kleinen Stimmchen die Möglichkeit sich zu erheben. Mein Mai bleibt rot.

Maienrot

Ein weißes Ausrufezeichen auf rotem Grund hilft mir dabei. Und Ihre Unterschrift uns allen:

campact!