Glühlichtleuchtgesichterglück

von kaetheknobloch

Und dann ist es vermeintlich vorbei. Der Rausch, das Toben und Springen. Das Licht glimmt gleichmäßig, alle Grelligkeit und Dunkelschweberey der begleitenden Show geht in ihm ineinander auf. Kein Bass mehr, der die Waden federt, keine Punksilbe die man grölend erwidert und kein Schlagzeug, das den Nacken beugt. Statt dessen sanftes Ausklingen und die Euphorieschreie schlagen um in leises Murmeln. Der Moshpit lichtet sich und dieser pulsende Organismus aus Menschenleibern zerfällt in hunderte Menschenseelchen. Man könnte sehen, wie unterschiedlich so eine fragile Masse zusammengesetzt ist und hat doch nur für eines den Blick: Für das glühende Leuchten, das so licht vom puren Glück in diesen Gesichtern erzählt. Für einen ewigkurzen Moment ist da nur reines Glück und dieses Leuchten erwidert sich. Läßt sich in tätowierte Arme fallen und tauscht nasse Küsse. Hünen schütteln sich schulterwärts gegenseitig und Zarthände treffen auf Pranken. Nochmütchenkühler heben sich gegenseitig gen Himmel und wieder und wieder dieses pupillengetauschte Leuchten. Fremdnahmenschen für genau dieses gemeinsame Erleben in dem die Welt eine gute ist, obgleich sie so martialisch erscheinen mag. Wer mag hier Schön oder Häßlich beschubladen? Das strahlende Glück macht alle gleich. Das nächste Bier wird geteilt und die ersten reiben sich erstaunt an wunden Körperstellen. Schmerz? Ja, klar, aber ein so guttuender, daß seine Male noch lange halten mögen. Das geteilte Glück bleibt eh bei jeder erneuten belauschlappter Erinnerung innendrinnig beschatzt. Und glüht nach.

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