Von der Pracht der ahnenden Zeiten

von Käthe Knobloch

 

 

Wir reiften langsam uns entgegen
in Lenzenskuß und Sommers Schein.
Dazwischen mußten wir verwegen
und bislang sogar mutwillig sein.

Dein Mut,nein, unserer wars schon da;
den hege ich sorgsam und mit Bedacht.
Wir färben uns leise alte Reime ins Haar
und befüllen unser Sein zart und sacht.

Mit dieser Pracht der ahnenden Zeit
schaue ich gern den Weltenbaum.
Seine werdende Glut sei uns Geleit,
führe uns zu der Seeligkeit Saum.

Unsere Fülle, Reife und Vergehen
ahnen wir im herbsthauchigen Feuer.
Der Maßbaum aber bleibt bestehen,
immer derselbe und doch ein neuer.

Mit liebem Dank an den famosen Herrn Ärmel für die Inspiration mannigfaltiger Art.