Gnadennebel

von kaetheknobloch

Eben möchte ich in deinen Nebeln leben,

mich verdingen an deinen milden Dunst.

Du hast mir mehr als dein Licht gegeben,

warst heller in deiner wahrhaften Gunst.

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Senkst dich gleich kaschierendem Grau

hinab auf meine so lodernd dunkle Seele.

Umfängst mich sicher wärmend und lau.

Ein Wunsch: barmt meine bange Kehle.

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Gewähre mir das Talent deines Sehens

doch bewahre mich vor dieser Sehnsucht.

Alles, was außerhalb uns’res Geschehens

ist nicht abbildbar, ergreift die Flucht.

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Mild und leise sind mir deine Besuche,

mahrfrei und in reine Gnade gewoben.

Lege mich gerne in solche Traumtuche

aller Hader deucht mich aufgeschoben.

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Nebel, meine Liebe singe ich raunend

durch deine changierenden Schleier.

Du umhüllst mich so sachte daunend,

dass meine Seele wird weit und freier.

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So möchte ich in deinen Nebeln leben,

wohl geborgen zwischen Tag und Nacht.

Mag dir die ängstlichen Stunden geben,

die unzählig ich zuvor bang durchwacht.

 

 

 

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