Im Frieden deiner Sinne

von Käthe Knobloch

Liebster, mich narrt der Regentropfen Klang,

sie tropfen und klopfen wie mein pulsend Blut.

Ich lausche beiden in ihrem rauschend‘ Gesang

während die Sehnsucht in meinen Adern ruht.

 

Liebster, mich irritiert der Lichter Geglänze,

sie leuchten zu früh deine Wege hierhin aus.

Oh, erstrahlten sie doch deiner in aller Gänze

und flackerten wie meine Seel‘ uns voraus.

 

Liebster, mich dürstet bei gefülltem Glase,

bitter der Wein und schal des Wassers Klar.

Lügnerin heißen mich Gaumen als auch Nase,

nur die bittere Einsamkeit schmeckt so wahr.

 

Liebster, die Wärme des Herdes flackert kühl

und tausend Kerzen erstarren in ihrem Schein.

Und alles, alles, was ich nun sehnend erfühl‘

 gebiert nichts als schmerzendes Alleinesein.

 

Liebster, des Puders Duft brüskiert die Haut

als wäre er nur schnöder Staub in fein und apart.

Nur warmen Beugen und Runden ist er vertraut,

in kalter Einsamkeit fehlt sein Duft so zart.

 

Mein Liebster, huldvoll schattiert sich die Nacht.

Meine ersten Sinne will ich achtsam in sie legen

und bin so mit den deinen friedvoll bedacht.

Mein Sehnen wird still der reinste Segen.

 

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