Und manchmal dieser alte Schmerz

von Käthe Knobloch

Und manchmal taumelst du für einen Moment unverhofft an den Rändern deiner einstigen Verzweiflungen entlang, streifst die Nähte deiner Versäumnisse und die groben Flicken der Vergangenheit scheinen gilb und harsch. Ein Gefühl, wie wenn ein einsames Herbstblatt scheinbar bangend seinen letzten Reigen tanzt. Lautlos vom kargen Baume sich lösen will. Es braucht den Sturm, dieses brausende Tosen der Lebendigkeit, Furcht kennt es nicht, nur die Ruhe die das vermeintliche Chaos in sich trägt. Kein Opfer, keine falsche Klage vibriert in diesem Sinken. Hingabe trägt es auf seinen Schwingen und Erneuerung über sich selbst hinaus. Wie du. Ein neues Pflaster um irgendwas zu flicken, nein, das brauchst du nicht. Sie waren nämlich gut, diese alten Zeiten. Die Zweifel waren deine eigenen Gräben und die Ränder mit Zorn vielleicht ausgerissen. Fugenlos ist jetzt dein Fühlen und Flickwerk brauchst du nicht. Und gleichwohl dann manchmal dieser alte Schmerz, doch eine Mildheit hat ihn wärmend übertüncht und lind gemacht, das fühlst du jetzt.

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