Wie Wasser fließen wir

von kaetheknobloch

Die Türe fiel sanftklingend zu, so wie sie es schon tausendtraute Male tat und doch besonders einzigartig timbriert. Ein Klang, wie wenn ein Berg ein Echo ersehnt. Einen Blick noch über den Hof und dann vereinsamten meine Augen sich. Der Ton klang nach, verlautete sich hallend zu einem schier unerträglichen Rauschen in meinem Kopf und schwoll dann kaskadend durch meine Sinne. Als die Augen würzig die plötzliche Fadheit der Einsamkeit benetzen wollten, fiel mir mein immeriges Versprechen ein: Drei Tropfen, nicht mehr müssen es sein. Drei Tropfen menschlicher Kostbarkeit, die ich unter dankbarem Lächeln verströme. Denn wie Wasser fließen wir durch uns, zueinander und schließlich ineinander hinein. Wollen uns unsere eigene Quelle sein, in der wir uns jungbrunnig aneinander erneuern. Ich gehe mit einer nassen Spur auf dem Rund der Wange zum Brunnen, den du erst gestern bereinigt hast und erkenne deine Wasser in den klaren Kreisen, die mein Spiegelbild befloren, es zitternd verschwommen machen. Des Bornes Flüstern echot deine lieben Worte. Und du bist bei mir, in jeder Träne, jedem Labsal und in jedem tropfendem Applaus. Es beginnt zu regnen.

 

 

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