bittemito

Monat: Januar, 2018

Moritat von der mordskühnen Möwe Mortimer…

… seiner mürrischen Möwtresse Monique und der mondänen Molva.

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So höret denn, ihr lieben Leute,

höchst schaurig tönend hier und heute,

die Moritat von der mordskühnen Möwe,

schön und mutig wie ein weißer Löwe.

Ein fliegender Löwe, dies sei wohl erzählet,

dem es niemals an Beharrlichkeit fehlet,

um seine Möwtresse, die aparte Moniquen

galant zu erfreuen und famos zu entzücken.

Eine Flugschau der trendigsten Sequenzen

bot er ihr an, doch man muß ergänzen;

an Mortimer war nur sein Federkleid helle.

Und so entzog ihm Monique sehr schnelle

ihre holde Gunst und murrte nur stumm

dass immer konfuser im Kreise er schwumm.

Noch und nöcher hub das arme Geschöpf

Schwingen, Schnabel, Sterz und Gekröpf.

Köppte, saltierte und auerbachte verwegen,

 Monique indessen ließ sich nicht bewegen

ihm ihre Gunst des Schnäbelns zu geben.

Und so vergab Mortimer schließlich sein Leben.

Er wolle, so schwor er flügelschlagend

und der mokanten Möwtresse entsagend;

seine Gunst anderarts nun verschenken.

Spruchs und ließ grundwärts sich senken.

 

Und die Moral von dieser Geschichte?

Manche Vögel sind einfach nicht dichte.

Statt Schnäbeleien zu genießen im Sund

verweisen sie einen brüsk auf den Grund.

 

Und Mortimer, der kühne Silberlarus

glich alsbald dem fallendem Ikarus.

Mit letztem Blick verliebte er sich ohne Lameng.

Sie hieß Molva und war eine verirrte von Leng.

 

 

 

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Tulipantanzturbulenzentip

Rauhe Winde und Regengeprassel vertreiben bis auf ein paar Unentwegte die Menschen von den Straßen. Ruhig bleibt es auch im Floratelier und ich vertreibe mir die Zeit mit ein paar Tulpentänzchen. Zuerst ein lilaleichter Limbo, dann ein geschmeidiger Weißwalzer. Noch scheu die ersten Schritte der munteren Gelbgaillarde, mutiger dann der rotflammende Flamenco. Rocknrollig bauscht sich das orangene Blütenmeer und dann mein Lieblingstanz: Ein flinker Pogo in pink. Und weils so schön war, das ganze noch mal von vorn. Und durcheinander, bis die Waden jubeln und die Brust vibriert. Wenn Tulipane tanzen wollen, dann turbuliere ich gerne mit.

Gutgeistdenkgenußnutznießgedankengruß

 

Ein Dichter und Denker schaut verdutzt,
fühlt sich formös und farbvertönt geuzt.
Erst siebgedruckt und massenfabriziert,
dann auch noch gespiegelt und liniert,
war der Tischbein nicht schräg genug?
Besteht die Kunst nur noch aus Lug?

Nein, lieber sehr geschätzter Freiherr,
Es ist nunmal die wohlbekannte Leier:
Je prominenter desto mehr Rapport.
Sie sind genau richtig an diesem Ort
wo gute Geister sich treffen und dann
wieder ein neues gutes Jahr begann.

Ob liniert, gekachelt oder gespiegelt,
Johanns Schicksal scheint besiegelt.
Doch Dank und Achtung blickt erneut
begeistert auf des Künstlers Freud‘.
Und so lebt sein Sinnen stetig weiter:
Genieße dein Leben und bleibe heiter.

Heitermüde Grüße zum Nachtensgetue
sendet Ihre Frau Knobloch ~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ nun Ruhe.

Als zu schade befand ich dieses Poem in Kommentarspalten versteckt ungelesen zu lassen und so bekommt es nun seinen eigenen Auftritt. Und da man nicht oft genug auf das wunderbare Städel hinweisen kann, sei hiermit die photographierte Örtlichkeit ausgeplaudert. Wer noch nicht da war, söllte die dunkle Jahreszeit ausnutzen für eine ausgiebige Museumsflaniererey und wer noch nicht überzeugt ist, kann im wahrlich fabulösen Onlinekurs Einblicke wagen. Dahin geht es hier entlang. Die Überraschung bei erfolgreichem Abschluß beflügelt dann selbst die wankelmütigsten Zweifler. Denn eins steht allemal fest: Städel fetzt!

Von Anfang an licht

Die Nacht des Jahreswechsels in Frieden und Ruhe verschlafen, erlebten wir die begleitenden Tage umso mehr. Stunden voller Liebe, Vertrauen und Zuneigung. Voll des Glückes, sie erleben zu dürfen. Manche lang gehegten Pläne wurden ausgeführt und sogleich entsprangen neue daraus. Wege waren gradlinig oder sanft verschlungen. Und über allem war ein Licht, dessen Aureole uns aufzunehmen schien. So leicht, so licht wie unsere Herzen tanzten. Wir hitzten in Kälte, schwelgten in Kargheit und choralten stumme Weisen. Arbeiteten bis zur Erschöpfung und genossen die reiche Ernte, die uns daraus erwuchs. Erinnerten uns an vergangenen Kummer und lachten hell auf in unvergänglichem Schalk. Spulten Kilometer eilig ab und verharrten schrittchenweise. Blieben seßhaft und trieben fremdgestadig umher. Tranken mit Freunden und aßen mit Fremden und waren uns oft gut selbst genug. Ein Anfang, wie wir ihn allen wünschen: Leicht und licht.